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CDU nominiert Andreas Steier erneut als Kandidat für die Bundestagswahl

Politik : CDU nominiert Andreas Steier erneut für die Bundestagswahl

Der Pellinger soll die Interessen der Christdemokraten im Wahlkreis 203 für eine zweite Legislaturperiode in Berlin vertreten. In Saarburg zeigt er auf, was ihm bei den Themen Luxemburg und Verkehr wichtig ist.

Andreas Steier hat sich zur CDU-Vertreterversammlung in Saarburg prominente Unterstützung mitgebracht. Ralph Brinkhaus, der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wirbt dafür, den „ganz lieben Kollegen“ und „großen Kämpfer für die Region“ erneut zum Bundestagsbewerber im Wahlkreis 203 (Trier/Trier-Saarburg) zu wählen. Brinkhaus sagt: „Wir können ihn mehr als gut gebrauchen“ und begründet dies insbesondere mit seiner Kompetenz im digitalen Bereich.

Die kurze Rede des Fraktionsvorsitzenden wird als Video vom Computer eingespielt. Die Nominierungsversammlung hingegen läuft live und analog. Bezirks- und Kreisgeschäftsführer Christof Leinenbach erklärt auf TV-Nachfrage, dass das Statut der CDU Deutschland und die Satzung der CDU Rheinland-Pfalz dies so vorschreibe. Dafür wird darauf geachtet, dass Corona-Regeln eingehalten werden: Die Delegierten sitzen mit mehr als 1,5 Meter Abstand zueinander an eigenen Tischen. Wer sich vom Platz entfernt, muss eine Mund-Nasen-Maske tragen. Zudem zieht der Kreisvorsitzende Lars Rieger die von ihm geleitete Sitzung zügig durch.

Er begrüßt einige der Anwesenden mit Namen, unter anderen den Ehrenvorsitzenden Horst Langes (91). Dabei sowie beim Blick ins Plenum wird deutlich: Die Männer sind in der Überzahl. 17 weibliche Delegierte stehen 50 männlichen gegenüber, das entspricht einem Frauenanteil von rund 22 Prozent. Dies spiegelt die Verhältnisse in den Kreisverbänden, die hier vertreten sind, wider: In Trier sind 27 Prozent der 803 Parteimitglieder weiblich, im Kreis rund 19 Prozent der 1719 Mitglieder.

Andreas Steier haben laut Rieger beide Kreisvorstände einstimmig als Kandidaten für die Bundestagswahl im September 2021 vorgeschlagen. Einen Gegenkandidaten benennt in der Versammlung niemand. So kommt es, dass die beiden Tagesordnungspunkte „Bericht des Wahlkreisabgeordneten“ und „Vorstellung des Bewerbers“ zu einem Punkt verschmelzen. Darin beschreibt Steier, den an diesem Abend seine Frau begleitet, die Arbeit seiner ersten drei Jahre im Bundestag und seine weiteren Ziele.

Der Pellinger erinnert daran, dass er nach 16 Jahren im Gemeinderat und Kreistag nur zu gut wisse, wie wichtig Kommunalpolitik sei, und dass er das Pendler-Leben nach Luxemburg kenne. Der 48-Jährige hat bei einem international tätigen Unternehmen im Nachbarland gearbeitet, das unter anderem Sensortechnologien für die Automobilbranche entwickelt. Viele Schreiben und Gespräche seien nötig gewesen, bis die Grenzkontrollen zu Beginn der Corona-Pandemie wieder abgeschafft worden seien, berichtet Steier und ergänzt: „Eine solche Situation darf es nicht wieder geben!“

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise benennt er zwei Dinge, die beim Blick in die Zukunft wichtig seien: zum einen Investitionen in Digitalisierung und Forschung, um an der Weltspitze zu bleiben. Zum andern zielgenaue Unterstützung dort, wo diese in der Krise benötigt werde, also in Vereinen, sozialen Einrichtungen und der Wirtschaft. Der Mittelstand und die regionale Wirtschaft lägen ihm besonders am Herzen. Explizit nennt Steier in diesem Zusammenhang die in der Region wichtigen Bereiche Gastronomie und Tourismus, denen die Mehrwertsteuersenkung helfe, sich zu erholen.

Der Politiker spricht sich generell für Perspektiven in der Landwirtschaft aus und kritisiert andere Parteien, die diese Branche in erster Linie an den Pranger stellen würden. Beim Thema Verkehr wird Steier konkret: „Wir brauchen den Moselaufstieg und die Umfahrungen von Ayl und Zewen.“

Es folgt lang anhaltender Applaus. Vor der geheimen Wahl ergänzt der Pellinger lediglich das Private, nämlich, dass er verheiratet ist und drei Kinder hat. Er erhält 70 von 77 Stimmen (93,33 Prozent). Fünf der Delegierten stimmen gegen ihn, zwei enthalten sich. Nach nicht ganz eineinhalb Stunden sind damit die 13 Tagesordnungspunkte abgehandelt. Die Versammlung löst sich auf.