Christkindlmarkt Saarburg startet sehr verhalten

Christkindlmarkt Saarburg startet sehr verhalten

Zum Auftakt des Saarburger Weihnachtsmarkts sind nur wenige Besucher an den Wasserfall gekommen. Noch bis nächsten Sonntag laden 20 Buden und ein buntes Musikprogramm täglich zum Bummeln auf dem Buttermarkt ein.

Saarburg. Der Buttermarkt, auch Klein-Venedig genannt, ist die gute Stube der Stadt. Im Sommer sitzen hier Tausende Touristen auf den Terrassen der Gastronomen. Sie essen dort ein Eis, trinken einen Kaffee und lassen es sich gut gehen. Anders im Winter: Dann ist es rund um den Buttermarkt eher ruhig. Die Menschen laufen vermummt über das Pflaster, flüchten in eines der Cafés und wollen sich aufwärmen.
Um zur Adventszeit den Buttermarkt zu beleben, hat der Saarburger Gewerbeverband (SGV) vor drei Jahren entschieden, dass der Christkindlmarkt vom Boemundhof wieder an den Wasserfall verlegt wird.
Gleichzeitig beschloss man, dass die Buden täglich öffnen sollten. Auf dem Boemundhof hatten sie nur von Freitag bis Sonntag geöffnet. In diesem Jahr hat man dann erstmals auch ein über den kompletten Zeitraum reichendes Musikprogramm zusammengestellt (der TV berichtete, siehe Extra).
Aber so ganz aufgegangen ist dieses Konzept am ersten Weihnachtsmarkt-Wochenende noch nicht.
Am Freitagabend, kurz nach der Eröffnung, verlieren sich bei Nieselregen die Besucher zwischen den Ständen. Auch Samstagmittag ist es nicht viel besser. Nur vereinzelt verzehrt mancher ein paar Reibekuchen oder eine Waffel. Auch an den Glühweinständen ist es ruhig.
Erst als es dunkel wird und sich der Nieselregen verkriecht, kommen die Saarburger zum Buttermarkt. Sie stehen auf den Brücken über der Leuk und schauen auf den Bach, der von Tausenden kleiner Digitalbirnchen angeleuchtet wird.
Ganz Klein-Venedig ist in goldenes Licht getaucht. Vor den Glühweinbuden versammeln sich die Menschen, treffen sich mit Freunden und schwatzen. Mancher nimmt sich auch die Zeit, dem Couchquartett (das sind die Sängerin Myriam Parusel, der Bassist Florian Turbing, der Gitarrist Julian Baudner und der Perkussionist Dirk Simon) zu lauschen.
Nicht ganz glücklich mit dem Saarburger Weihnachtsmarkt ist Helmut Ayl aus Wiltingen: "Vor einem Jahr habe ich hier an einem Schmuckstand das Weihnachtsgeschenk für meine Frau gekauft. Aber die Juwelierin aus Wincheringen ist leider nicht mehr dabei." Er vermisst auch den Stand mit Wildbraten und Wildsalami.
Christoph Kramp, Mitglied im SGV-Vorstand, meint, dass zu viele einander ähnliche Getränke- und Essensstände auf dem Markt angeboten werden. "Ich glaube, dass es dem Markt guttäte, wenn er etwas mehr Abwechslung bieten würde", sagt er.
Zufrieden mit dem Weihnachtsmarkt ist Anne Parusel. Die Grafikerin aus Ayl hat eine Woche lang mit ihrer Mutter in der Küche gestanden und Plätzchen gebacken, die sie noch bis Dienstag in Saarburg anbietet: "Mir macht das Spaß, hier zu stehen und mit den Menschen zu reden. Das ist für mich so eine Art Betriebsferien."Extra

Heute, Montag, 19 Uhr: Musikverein Tawern; Dienstag, 3. Dezember, 19 Uhr: Jugendorchester Oberbillig; Mittwoch, 4. Dezember, 16 Uhr: Kroko, 19 Uhr: Perdu; Donnerstag, 5. Dezember, 19 Uhr: Schulorchester des Gymnasiums Saarburg; Freitag, 6. Dezember, 20 Uhr, Weihnachtskonzert von Thomas Kiessling in der evangelischen Kirche Saarburg; Samstag, 7. Dezember, 19 Uhr: Das unorganisierte Verbrechen, Schulband des Gymnasiums; Sonntag, 8. Dezember, 19 Uhr: Musikverein Saarburg. itz

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