Christkindlmarkt wird kürzer

Die Verluste, die der Christkindlmarkt dem Saarburger Gewerbeverband in der Vergangenheit beschert hat, waren zu hoch. Der Verband hat sich deshalb von der Organisation der vorweihnachtlichen Veranstaltung getrennt. Trotzdem werden am zweiten und dritten Adventswochenende wieder Buden in der Innenstadt stehen.

Saarburg. Die gute Botschaft zuerst: Ja, es gibt auch in diesem Jahr wieder einen Christkindlmarkt in der Saarburger Innenstadt. Allerdings wurde hinter den Kulissen lange gerungen, wer ihn organisiert. Ilka Werhan, die den Markt in den vergangenen Jahren hauptverantwortlich für den Saarburger Gewerbeverband (SGV) organisierte, hatte schon vor zwei Jahren angekündigt, dass sie sich allmählich aus dem Veranstalterteam zurückziehen wolle.
Einer der Gründe für diesen Schritt dürfte auch die immer wieder geäußerte Kritik sein, dass mit dem bisherigen Konzept nur wenige Kunden nach Saarburg gelockt wurden. Michael Braunshausen, Vorsitzender des SGV, verklausuliert den Rückzug aus dem Christkindlmarktgeschäft so: "In den vergangenen zwei Jahren wurde der Weihnachtsmarkt unter den Mitgliedern immer kontrovers diskutiert. Endlich haben wir ihn unter unserer Leitung aufgegeben, weil die finanzielle Belastung unseren Mitgliedern keinen adäquaten Mehrwert bringt." Wie hoch die Verluste beim Christkindlmarkt in der Vergangenheit waren, will Braunshausen nicht öffentlich machen.
Zwei statt drei Wochenenden


In diesem Jahr springt der Veranstalter Christof Kramp mit seiner Agentur Station K in die Lücke und organisiert den Markt auf eigenes Risiko. Kramps Team, das auch die Bauern- und Kreativmärkte in Ockfen sowie den Weihnachtsmarkt in Trassem managt, hat das Konzept für den Christkindlmarkt überarbeitet.
Im Ergebnis ist dabei herausgekommen, dass die Buden nur an zwei statt an drei Wochenenden geöffnet werden, und die Anbieter leicht wechseln. Es wird weniger Musik geben, und der Markt verlagert sich in Richtung Pferdemarkt. Dass die Anbieter dann nur für das zweite und dritte Adventswochenende (2. bis 4. und 9. bis 11. Dezember) Personal einplanen müssen, sei einer der Gründe für diese Veränderung gewesen, sagt Kramp im TV-Gespräch. "Weniger Musik bedeutet weniger Kosten", gibt der Konzertveranstalter freimütig zu. Er habe zudem oft beobachtet, dass sich die Menschen auf dem Christkindlmarkt wenig für die Musiker interessieren würden.
Die Verlagerung des Markts in Richtung Pferdemarkt hat im Vorfeld zu Diskussionen geführt. Kramp selbst war nie ein Freund, die Buden allein entlang des Leukbachs aufzustellen. "Da kommt keine weihnachtliche Stimmung auf, weil es an Intimität fehlt und zieht", sagt er. Er hätte einen Umzug des Christkindlmarkts auf den Boemundhof favorisiert, konnte sich mit dieser Idee aber gegenüber den Geschäftsleuten am Buttermarkt nicht durchsetzen. "So haben wir nach einigen Diskussionen einen Kompromiss gefunden, mit dem ich gut leben kann", sagt der Veranstalter. Wichtig war ihm, dass es ein Programm für Kinder gibt, das um ein Kettenkarussell ergänzt wird.
Michael Braunshausen ist glücklich, dass mit Christof Kramp ein SGV-Mitglied die Organisation des Christkindlmarkts übernommen hat: "Der Christkindlmarkt weist ein großes Potenzial auf. Ein endgültiges Aus wäre tragisch gewesen."Meinung

Den Mut des Neuen belohnen
Jetzt hat sich der Saarburger Gewerbeverband also vom Christkindl-Markt getrennt. Offenbar hatte niemand aus den Reihen der Geschäftsleute die Courage, sich an neue Konzepte heranzuwagen. Um so mehr verdient der Mut, mit dem Christof Kramp die Initiative ergriffen hat, Respekt. Saarburg braucht einen Weihnachtsmarkt, denn sonst bleiben die Kunden für die Geschäfte in den tristen Wintermonaten aus. Dazu braucht es aber anders als in der Vergangenheit mehr als Glühwein und Bratwürste. Veranstalter Christof Kramp hat erste Schritte unternommen, damit der Christkindl-Markt an Attraktivität gewinnt. Hoffentlich wissen die Saarburger dieses Engagement zu schätzen. saarburg@volksfreund.deExtra

Der Christkindlmarkt öffnet freitags um 13 Uhr, samstags sowie sonntags jeweils um 11 Uhr. Zur Eröffnung am Freitag, 2. Dezember, spielt ab 19 Uhr der Musikverein Saarburg. Am Samstag, 3. Dezember, zieht um 14.30 Uhr Sankt Nikolaus mit seinem Gehilfen Knecht Ruprecht zum Pferdemarkt - mit jeder Menge Überraschungen in seinem Sack. Sonntag, 4. Dezember, 14 Uhr, spielen die Rambling Rovers auf dem Pferdemarkt. Am dritten Adventswochenende gibt es am Samstag, 10. Dezember, um 18 Uhr eine weihnachtliche Licht- und Feuershow mit dem Trierer Artisten Christian Dirr. Sonntags spielt die Beuriger Brass Band um 14 Uhr. Zum Abschluss des Christkindlmarkts ist abends noch mal der Musikverein Saarburg zu hören. itz