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Corona bremst Deponieabbau in Saarburg aus Ärger wegen Lastwagen in Tawern

Kostenpflichtiger Inhalt: Arbeitsstopp : Corona bremst Deponieabbau in Saarburg aus

Unwetter, Anwohnerbeschwerden und das Virus: Die Umlagerung von rund 500 000 Tonnen Abfall nach Mertesdorf steht unter keinem guten Stern. 

Zuerst Dauerregen, Frost und Sturm. Und jetzt Corona. Die Umlagerung der ehemaligen Saarburger Mülldeponie hat sich mehrfach verschoben und steht schon wieder still. Zwischenzeitig gab es auch noch Beschwerden von Anliegern in Tawern, weil sich die LKW-Fahrer nicht an die abgesprochene Route gehalten haben.

Der Zweckverbandband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) war zuletzt eigentlich zufrieden mit dem Fortgang des Millionenprojekts. Dass zurzeit keine Laster fahren, war auch so vorgesehen in der Planung der Firma, die der ART mit der Umlagerung der Altlasten aus Saarburg nach Mertesdorf beauftragt hat. Zunächst hatte das laut ART sogar einen positiven Hintergrund. Pressesprecherin Kirsten Kielholtz erklärt auf TV-Anfrage: „Der Erdtransport war schneller als geplant abgeschlossen.“ Das Erdreich sei fast eine Woche vor dem gesetzten Termin in Mertesdorf gewesen.

Danach hätten die Laster stillgestanden, weil in Saarburg und Mertesdorf noch weitere Flächen asphaltiert werden müssen, um das Projekt fortzusetzen. Die Arbeiten sollen laut Kielholtz eigentlich am Montag beginnen und drei oder vier Wochen dauern, bevor der Transport fortgeführt werden kann. Doch daraus wird vorerst nichts. Das Coronavirus bremst das Projekt aus. Kielholtz: „Wir setzen derzeit alle Ressourcen ein, um auch in den kommenden Wochen die Abfuhr der Haushaltsabfälle sicherzustellen. Die Umlagerung der Deponie Saarburg stellt derzeit in den Abläufen keine Priorität dar.“ Auch bei den Bauunternehmen bestünden derzeit deutliche Einschränkungen. Wann es weitergeht, weiß Kirsten Kielholtz nicht.

Probleme in Tawern Etwas überrascht waren zuletzt alle Beteiligten, dass einige der Lastwagen durch Tawern und nicht über die Landesstraße zur B 51 und dann weiter über die Könener Umgehung fuhren. Ein Anlieger der Trierer Straße sagt: „Dann kommen die hier durchgedonnert.“ Die Laster seien viel zu schnell unterwegs gewesen. „Das ist untragbar.“ Der Zweckverband ART müsse etwas unternehmen. Nachdem die Anliegerbeschwerden auch den Ortsgemeinderat und Ortsbürgermeister Thomas Müller erreicht hatten, meldete dieser die Probleme weiter an den Zweckverband ART. Und dieser hat das Problem direkt weitergeleitet an die Firma, die den Deponieumzug für den ART übernommen hat.

Nach Angaben von Pressesprecherin Kielholtz hat sich das Problem nun wohl erledigt. Es seien zuletzt nur noch zwei Fahrer gewesen, die sich nicht an die abgesprochene Route gehalten hätten. Das Problem soll sich aber, wenn es mit dem Transport weitergeht, erledigt haben. Laut Zweckverband gibt es „grundsätzlich keine offiziell vorgeschriebene Route“.

Dass die Laster über die L 135 und dann über die B 51 fahren sollen, sei eine Absprache, aber keine bindende offizielle Vereinbarung über die Route. Der ART habe gegenüber dem von ihm beauftragten Unternehmen deutlich gemacht, dass die Laster die Route über die Landes- und Bundesstraße nehmen sollten, sobald es weitergehe.

Insgesamt will der ART 500 000 Tonnen Deponiematerial von Saarburg nach Mertesdorf transportieren lassen. Der Umzug soll innerhalb von zwei Jahren über die Bühne gehen. Um diesen Zeitrahmen einzuhalten sollen täglich 50 Lastwagen unterwegs sein.