Country-Sänger mit sozialer Ader

Wincheringen · Ian Scott, Franzose mit schottischen Wurzeln, hat für die rund 200 Grundschüler der bilingualen Grundschule Wincheringen eine Melodie geschrieben. Grundlage sind ein Text und ein Tanz, die in einer Projektwoche erarbeitet wurden. Nach der Probe wurden Lied und Tanz vor rund 400 Zuhörern aufgeführt.

Weihnachtlichen Frieden wünschen sich die Wincheringer Schüler, und den brachten sie mit Ian Scott auf die Bühne. TV-Foto: Herbert Thormeyer

Foto: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"

Wincheringen. Die Vorteile in Europa zu leben und die Freundschaft der Völker sollen die rund 200 Schüler der Grundschule Wincheringen von Kindesbeinen an verinnerlichen. Diese Schule nennt sich Europaschule, unterrichtet zweisprachig und lässt durch besondere Aktionen immer wieder aufhorchen.
Eveline Pigato, die sich mit Henriette Huschka die Schulleitung teilt, hat in Finnland Ian Scott kennengelernt. Der französische Country-Sänger arbeitete dort mit behinderten Kindern. "Das hat mich so beeindruckt, dass ich ihn spontan eingeladen habe", sagt Pigato, die selbst Französin ist. Die Kosten dafür werden vom Förderverein übernommen. In einer Projektwoche, die das Zusammenleben in Frieden zum Thema hatte, wurde ein Text zu dem Lied "Tanz der Freundschaft" erarbeitet. Die Ergebnisse werden beim Europäischen Wettbewerb, den es seit 1953 gibt, eingereicht. In dem Wettbewerb wird Jahr für Jahr die Kreativität von 80 000 Schülern gefördert. Getragen wird diese Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Auswärtigen Amt und der Kultusministerkonferenz.
Der Künstler Ian Scott, der noch kurz vor den Anschlägen in Paris im Saal Bataclan aufgetreten war, kam mit einer fertigen Melodie nach Wincheringen. Scott weiß aus seiner Arbeit mit kranken Kindern: "Musik kann heilen." Keinen Frieden zu haben, sei auch eine Art Krankheit. Deshalb engagiere er sich so stark in sozialen Projekten.
Tanzen mit Weihnachtsmützen


Das Lied hat einen französischen Text. "Die Kinder sind schon gut in dieser Sprache", sagt Eveline Pigato erfreut. Davon konnten sich rund 400 Besucher des Konzerts überzeugen, das sich direkt an die Probe anschloss. Beim Tanzen schwenkten die Kinder Cowboyhüte oder trugen Weihnachtsmützen. Auch ein kleiner Weihnachtsmann war dabei. 16 Nationen besuchen die Grundschule Wincheringen. "Es ist sehr wichtig, die Sprache des Nachbarn zu lernen", meint Schulleiterin Huschka. Aus ihrer Erfahrung heraus sagt sie: "Unsere Schüler sind erstaunt, dass es in Deutschland ein Problem ist, wenn Kinder aus anderen Ländern hierherkommen." Für sie sei das ganz normal. Es gebe keine Berührungsängste, und sie fügt hinzu: "Da könnte so mancher Erwachsene viel von den Kindern lernen." doth