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Crowdfunding in Zeiten von Corona: Hermeskeiler Verein startet Online-Spendenaktion für Familien

Crowdfunding in Corona-Zeiten : Hilfe in der Krise: Hermeskeiler Verein startet Online-Spendenaktion für Familien

Die Yes Angels aus Hermeskeil wollen Kinder und Eltern finanziell unterstützen, die von den Folgen der Corona-Pandemie besonders hart getroffen sind. Dazu bitten sie über eine Crowdfunding-Plattform um Spenden. 10 000 Euro sollen so zusammenkommen. Dafür bleibt aber nicht endlos Zeit.

Viele Geschäfte sind für unbestimmte Zeit geschlossen, Schulen und Kitas ebenfalls. Eltern müssen ihre Kinder deshalb zu Hause betreuen. Parallel bangen manche womöglich als Kleinunternehmer oder Selbstständige um ihre Existenz, weil ihnen derzeit Einnahmen buchstäblich wegbrechen. Oder sie sind als Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen. Familien treffen die Folgen der Corona-Krise somit an vielen Fronten. Ihnen will der Verein Yes Angels aus Hermeskeil deshalb mit Spenden finanziell ein wenig Beistand leisten.

„Kinder- und Jugendarbeit zu fördern, ist ohnehin ein Schwerpunkt unseres Vereins. In dieser schwierigen Zeit möchten wir den Familien gern etwas unter die Arme greifen“, sagt Christoph König, Vorsitzender der Yes Angels. Helfen will der Verein über eine Plattform im Internet, auf der Unterstützer der Idee freiwillig für das Projekt spenden können. Crowdfunding wird dieses Modell genannt. Die Volksbank Trier bietet dazu seit einiger Zeit unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ eine entsprechende Internetseite an (https://volksbank-trier.viele-schaffen-mehr.de).

Das Prinzip dabei ist einfach: Ein Verein meldet sein Projekt an und die Summe, die er sammeln möchte. Im Fall der Yes Angels sind es insgesamt 10 000 Euro. Dann muss der Verein oder die Gruppe zunächst um „Fans“ werben, die die Idee befürworten und auf den Button „Fan werden“ klicken. Die Hermeskeiler benötigten 100 Fans, die seit Freitag erreicht sind. Somit können sie nun in die eigentlich wichtige Phase, die Finanzierungsphase, starten. Ab sofort können die Unterstützer des Projekts spenden – die Höhe der Beträge ist dabei egal. Gezahlt werden kann direkt online, per Kreditkarte oder Lastschrift. Neben dem Hermeskeiler Projekt wird derzeit für viele andere Aktionen im Raum Konz, Saarburg und Hochwald um Spenden gebeten (siehe Infobox).

„Wir hoffen auf viele Unterstützer“, sagt Christoph König. Auf die Frage, wem genau die Spenden zugute kommen sollen, sagt er: „Es gibt jetzt Jugendliche, denen der Nebenjob weggebrochen ist. Manche Väter und Mütter sind durch die Krise vielleicht arbeitslos geworden oder bekommen weniger Gehalt. Und in manchen Familien wird es auch Angehörige geben, die krank oder vielleicht sogar an dem Virus gestorben sind.“ Auf solche Fälle wolle man sich bei der Verteilung des Geldes konzentrieren. Dazu werde der Verein ein Gremium beispielsweise mit den Fördervereinen der Grundschulen, mit Ortsbürgermeistern und Hilfsnetzwerken wie der Facebook-Gruppe „Hermeskeils helfende Hände“ bilden. „Die wissen genau, wer die Hilfe am nötigsten braucht.“ Möglich sei die Verteilung in Form von Bargeld, es werde aber auch noch an anderen Ideen gearbeitet.

Die Menschen in der Verbandsgemeinde Hermeskeil bittet König, die Aktion tatkräftig zu unterstützen. „Es kommt auf jeden an. Jeder Beitrag ist willkommen und wichtig, auch wenn es nur fünf Euro sind.“ Denn komme bis zum 25. Juni 2020 die Summe von 10 000 Euro nicht zusammen, sei das Projekt gescheitert. Die bis dahin gespendeten Beträgen müssten wieder zurückgezahlt werden.

Die Volksbank Trier steht bereits als Unterstützer fest. Denn das Unternehmen stockt laut Günter Weber, Leiter der Filiale in Hermeskeil, die gespendeten Einzelbeträge ab fünf Euro jeweils um 10 Euro auf. Die Plattform „Viele schafen mehr“ gebe es seit etwa vier Jahren. 138 Projekte wurden damit laut Weber bislang finanziert, 647 000 Euro insgesamt eingesammelt, wovon das Geldinstitut fast 340 000 Euro beigesteuert habe. „Hilfe zur Selbsthilfe ist einer unserer Grundsätze, der derzeit präsenter denn je ist“, sagt Weber. Der Vorteil vieler Projekte sei, dass das Geld in der Region bleibe. Auch bei der Idee der Yes Angels würden die unterstützten Familien es letztlich an die Betriebe vor Ort zurückspielen.