Dach über dem Kopf

KONZ. Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem die Buspendler vom Berendsborn monatelang "im Regen" standen, wurde eine neue Buswartehalle aufgestellt. Sprayer haben das Häuschen schon beschmiert.

Drei Bushaltestellen gibt es im Stadtteil Berendsborn. Die am meisten frequentierte lag bis dato an der Einmündung zur Metternichstraße. Eine kleine Wartehalle aus Holz schützte die Buspendler vor den Unbilden des Wetters. Damit war es vor einigen Monaten allerdings vorbei. Jugendliche hatten das Holzhäuschen als Treffpunkt auserkoren. Leere Getränkedosen, Zigarettenpackungen und sonstiger Müll kündete von abendlichen Gelagen. Nachbarn beschwerten sich über lautes Gegröle und Autoradios, die zur Unzeit den gesamten Berendsborn beschallten. Zu Hilfe kam der unmittelbaren Nachbarschaft der Umstand, dass die Wartehalle auf Privatgelände stand. Die Nachbarn intervenierten bei der Vermieterin, und kurz darauf verschwand das Häuschen mitsamt dem Gegröle und dem Unrat. Fortan mussten allerdings die Buspendler im Regen auf ihr Transportmittel warten. Diese nass-kalten Zeiten sind jetzt vorbei. Vor wenigen Tagen wurde in der Nähe des alten Standorts auf städtischem Gelände eine neue Bushaltestelle eingerichtet. Eine moderne, gläserne Wartehalle bietet Schutz vor Regen und Schnee. Rund 7000 Euro hat sich die Stadt den neuen Unterstand kosten lassen. "An der alten Haltestelle gab es Probleme mit Jugendlichen. Wir haben die Hoffnung, dass es sich am neuen Standort bessert", sagt Thomas Molter von der Verbandsgemeindeverwaltung. Diese Hoffnung dürfte allerdings jetzt schon getrübt sein. Denn kaum war das schmucke Glashaus aufgestellt, haben sich offensichtlich schon wieder Jugendliche darin "niedergelassen". Leere Bierdosen und Zigarettenschachteln künden vom abendlichem Treiben. Auch die unmittelbaren Nachbarn sind wenig begeistert von der neuen Haltestelle. "Jetzt haben wir sie vor der Tür", sagt eine Nachbarin und meint damit die grölenden Jugendlichen und die lauten Autoradios. Doch damit nicht genug. Kaum stand das schmucke Glashaus, haben sich auch schon Graffiti-Sprayer daran vergriffen. Geschmiere aus weißem und grünem Lack verunziert die neue Wartehalle. Es waren möglicherweise die gleichen, die auch am nur wenige Meter entfernten Berendsbrunnen ihre Spuren hinterlassen hatten.

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