Damflos geht auf Sendung

Der Webradio-Club Intertape und das Web-Team Damflos haben eine mehr als zweistündige Radiosendung übers Internet ausgestrahlt. Heimat und die Mundart waren die Themenschwerpunkte des Dorfes im Schwarzwälder Hochwald, das so bekannter werden will. Geschätzte 250 Zuhörer fand die Livesendung, die jetzt unter www.damflos.de nachzuhören ist.

Damflos. Acht Menschen sitzen an einen runden Tisch. Alle tragen Kopfhörer, haben Manuskripte oder Computer vor sich. In der Mitte ein sogenannter Kunstkopf, der als Mikrofon alle Stimmen auffängt wie das menschliche Ohr. Radio Damflos geht auf Sendung, die einen akustischen Rundumeffekt liefert und per Webcam auch die Macher präsentiert.
Mit einem mehr als zweistündigen Programm hat das Web-Team der Gemeinde Damflos (Kreis Trier-Saarburg) in Zusammenarbeit mit dem Webradio-Club Intertape aus Frankfurt über den Ort im Schwarzwälder Hochwald informiert, stellte die Mundart vor, spielte Interviews ein und begrüßte die ersten Zuhörer per Mail. Vorgestellt wurden unter anderem das Mundartwörterbuch von Karl-Heinz Kaub und das Oktober-Gedicht von Margret Bouillon- Adams, das sie live vortrug. Der Musikverein Damflos wurde von der Festplatte eingespielt.
Die geschätzten 250 Hörer, deren Zuschaltung auf einem Tablet-Computer zu sehen war, freuten sich über die Initiative (siehe Extra). Das Web-Team von Stefan Pink konnte dabei auf die Erfahrung des Frankfurter Webradio- Clubs zurückgreifen, den es bereits seit 1972 gibt. "Wir haben von Anfang an keine Musik runtergedudelt, sondern mit Hörspielen, Reportagen und der Jagd nach Geräuschen informiert", sagt Initiator Hanspeter Günster. Früher wurden dafür Tonbänder verschickt. Deshalb der Name www.intertape.de. Im Internet trafen sich Frankfurter und Damfloser auf der Plattform www.audiyou.de und beschlossen, sich persönlich kennenzulernen.
2007 hat Damflos den Schritt ins Internet gewagt. Mit dem Web-Team stand gleich eine Gruppe von Aktivisten zur Verfügung, die sich permanent um die Inhalte und zuguterletzt auch von der Aufmachung her um den weltweiten Auftritt des Dorfes kümmerte. Jetzt hat das zehnköpfige Team um Stefan Pink den Schritt in die Radiowelt gewagt.
"Das Wort und der Ton sollen Vorrang haben", verrät Pink, und distanziert sich von unprofessionellen Wackel-Videos, wie sie zuhauf im Internet zu finden sind. Informatives Radio haben sich die Aktivisten auf die Fahnen geschrieben.
Der Kick ist live


"Der Kick dabei ist, dass live gesendet wird", verrät Pink die Herausforderung. "Diese Sendung ist etwas Besonderes für unser Dorf", stellt Ortsbürgermeister Joachim Wellenberg fest. Jetzt zeige sich, dass es gut war, für ein schnelles Internet zu kämpfen.
Viel Zeit im Vorfeld braucht jedoch auch das Radio im Internet. "Eine Minute Sendung entspricht einer Stunde Vorbereitung", rechnet Hanspeter Günster vor. Die gesamte Sendung steht jetzt unter www.damflos.de für alle bereit, die sie verpasst haben. Wann Damflos wieder auf Sendung geht, steht noch nicht fest. "Wir wollen erst einmal alle Reaktionen abwarten", sagt Stefan Pink. doth
Extra

Gerlinde und Rolf aus Schlier bei Ravensburg schrieben: "Wir grüßen alle Damfloser aus dem schönen Oberschwaben und wünschen dieser Sendung und allen folgenden Erfolg, möglichst weltweit." Marika aus Trier gratulierte in Mundart: "Eich finnen dat quant wat ihr lo macht, auch wenn eich wei meh Trierer Platt um meich rum heeren, freu eich mich doch sehr iwwer euer Projekt. Dat wär doch en sauwer Sach, wenn dat öfter online käm." Heiner aus der Schweiz spricht ein großes Kompliment aus: "Eure Sendung war sehr abwechslungsreich und die Beiträge kurzweilig, ganz in meinem Sinne. Besonders hat mir Eure Webcam gefallen. Das ist eine gute Idee, um die verschiedenen Redner und Rednerinnen etwas näher kennenzulernen. Ganz herzlichen Dank für Eure schöne und perfekte Sendung." doth