Damflos: Rat will Bürger nicht über Gebühr belasten

Kommunalpolitik : Rat will Bürger nicht über Gebühr belasten

In Damflos bleiben Haus- und Grundeigentümer voraussichtlich in nächster Zeit von höheren Steuern verschont. Der für November angekündigte Ausbau der Ortsdurchfahrt wird doch erst nach der Winterpause beginnen.

Zusätzliche Einnahmen für die Gemeindekasse sind auch in Damflos jederzeit willkommen. Zumal in nächster Zeit ein Großprojekt im Straßenausbau bevorsteht. Dennoch hat sich der Gemeinderat am Donnerstagabend entschieden, die Hebesätze der von Grundeigentümern zu zahlenden Grundsteuer A und B nicht zu erhöhen. Eine Anpassung der vor zwei Jahren beschlossenen 420 auf künftig 450 Prozentpunkte hätte sich unterm Strich mit etwa 5000 Euro zusätzlich pro Jahr bemerkbar gemacht.

Ortsbürgermeister Joachim Wellenberg und der Rat stehen einer Erhöhung jedoch geschlossen kritisch gegenüber, wie sich bei der Beratung zeigte. Hauptgrund ist der geplante Ausbau der Kreisstraße K 100 im Ort. Eigentlich sollte dieser schon am 4. November beginnen, wurde jedoch aufs kommende Frühjahr verschoben. Wie Wellenberg informierte, sind dafür Verzögerungen bei der Beschaffung des Baumaterials verantwortlich. Um eine Winterbaustelle zu vermeiden, habe man beschlossen, erst 2020 mit dem Ausbau zu beginnen – sobald es die Witterung zulasse. Die Damfloser sollten über den Winter nicht mit „Riesenlöchern vor der Haustür“ leben müssen, sagte Wellenberg.

Durch das Großprojekt Ortsdurchfahrt und den weiteren Ausbau von Gemeindestraßen kämen auf die Bürger ohnehin schon teils hohe Belastungen zu, war der Tenor im Rat zum Thema Steuererhöhungen, die von der Kommunalaufsicht vorgeschlagen worden waren. Das Damfloser Gremium entschied einstimmig, die Hebesätze für 2020 und 2021 auf dem bisherigen Stand zu belassen. Bestärkt in seiner Entscheidung sah sich der Rat durch den Verkauf zweier gemeindeeigener Baugrundstücke in diesem Jahr. Ein Bauherr habe bereits angefangen zu bauen, und es gebe eine weitere konkretere Nachfrage, freute sich Wellenberg. Denn damit scheine es endlich voranzugehen mit dem vor Jahren erschlossenen Areal. Und anders als in vielen anderen Dörfern gebe es in Damflos auch keine Leerstände.

Stolz ist Ortsbürgermeister Wellenberg auch auf die Zusammensetzung des aktuellen Gemeinderats. Es sei schön, derart engagierte Bürger dabei zu haben – auch die Mischung junger Leute und erfahrener Mitglieder sei sehr gut. Deutlich werde dies ebenfalls an dem ersten Beigeordneten Edgar Speicher, der seit vielen Jahren dabei sei, und dem weiteren Beigeordneten Udo Herz von der neuen gleichnamigen Wählergruppe.

Mit Ratsmitglied Christiane Düpre wurde erstmals eine Seniorenbeauftragte ernannt. Die Anliegen der Jugend und der noch jungen Jugendgruppe Yellowbag wird Ratskollege Jörg Lecher im Blick behalten. Er engagiert sich bereits in der örtlichen Feuerwehr als stellvertretender Wehrführer. Vertreten im Amt des ehrenamtlichen Jugendbeauftragten wird ihn sein Cousin Florian Lecher. Christiane Düpre zeichnet zudem mit Ratskollegin Sandra Herz für die von Dirigent Martin Thömmes geleitete Chorgemeinschaft Damflos verantwortlich. Beide Frauen engagieren sich laut Wellenberg sehr für die Dorfgemeinschaft.

In allen Ehren verabschiedet – mit einem Ständchen der Chorgemeinschaft – wurden ausgeschiedene Ratsmitglieder. Allen voran Max Düpre und Berthold Bouillon, seit 1984 beziehungsweise 1985 im Gemeinderat. Als nachrückendes neues Ratsmitglied wurde Michael Schu verpflichtet. Mit dem Winterdienst ist wie bisher Reinhard Ganz beauftragt. Rechtzeitig vor dem Winter angelegt wurde eines von zwei geplanten Baumgrabfeldern auf dem Friedhof. Von den veranschlagten Kosten in Höhe von 28 000 Euro konnten laut Wellenberg rund 5600 Euro eingespart werden. Denn in Damflos sei es üblich, dass Bürger bei vielen Gelegenheiten unentgeltlich mit anpackten – für einen frischen Anstrich in Räumen des Kindergartens, für Arbeiten auf dem Spielplatz oder Verschönerungen im Bürgerhaus.

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