Damfloser sammeln Ideen für ihr Dorf

Damfloser sammeln Ideen für ihr Dorf

Wie bleibt Damflos auch in Zukunft ein lebenswertes Dorf, in dem die Grundbedürfnisse der Bürger so gut wie möglich erfüllt werden? Darüber sollen sich die 620 Einwohner Gedanken machen und in einem Workshop viele Ideen zusammentragen. Die Ergebnisse könnten beispielhaft für andere Orte im Kreis Trier-Saarburg sein. Dieser will mit dem Moro-Programm eine Strategie zur Daseinsvorsorge entwickeln.

Damflos. Am Rand eines dichten Walds und nur fünf Kilometer vor den Toren Hermeskeils liegt der 620 Einwohner zählende Ort Damflos. 13 Vereine bereichern das Dorfleben, für das das Bürgerhaus eine zentrale Rolle spielt. Es gibt noch eine Gaststätte, und schon vor zwei Jahren haben Bürger die Gruppe "Zukunft Damflos" gegründet.
Vor kurzem wurde durch die private Initiative der Familie Pohl eine frühere Pension umgebaut und in eine Senioren-WG mit dem Namen "Haus Sonnenschein" umgewandelt.
Doch es gibt auch die andere Seite von Damflos: Einen Lebensmittelladen gibt es schon lange nicht mehr. Bäckerei oder Metzgerei auch nicht. Vor dem Dorf liegt ein schon vor Jahren erschlossenes Neubaugebiet, in dem immer noch kein Grundstück verkauft wurde.
Anteil der Jungen schwindet


Seit dem Höchststand 1995 hat der Ort über 100 Einwohner verloren. Und der Anteil der Jungen schwindet und schwindet. Aktuell leben in 19 Prozent der Damfloser Häuser nur noch Menschen, die 70 Jahre oder älter sind.
"Es stellt sich die Frage, wie wir gerade im Hochwald unter den Bedingungen des demografischen Wandels die Daseinsvorsorge noch garantieren können", sagt Michael Hülpes.
Der Bürgermeister der VG Hermeskeil betont, dass es immer schwieriger wird, Grundbedürfnisse wie die ärztliche Versorgung oder die durch den öffentlichen Personennahverkehr aufrechterhaltene Mobilität der Menschen am Leben zu halten. Denn, so Hülpes: "All diese Dinge sind teuer und müssen von immer weniger Leuten finanziert werden."
Dieser Entwicklung soll nicht nur im Hochwald, sondern im ganzen Kreis Trier-Saarburg entgegengewirkt werden. Ansatzpunkt dafür ist das vom Bund geförderte Moro-Programm (der TV berichtete mehrfach). Der Kreis ist eine von 21 Modellregionen in Deutschland und hat sich als wichtigstes Ziel gesetzt, eine Strategie zur Daseinsvorsorge zu erarbeiten.
Dabei sollen die Damfloser mithelfen. Auf Vorschlag von Hülpes hat der Kreis den Ort für ein Modellprojekt ausgesucht. "Damflos ist dafür eine gute Wahl. Schon bei der ersten Vorbesprechung waren fast 40 Leute da. Allein das zeigt, dass es im Dorf viele Bürger gibt, die sich ehrenamtlich einbringen wollen", lobt Joachim Christmann, der beim Kreis den Fachbereich Soziales leitet.
Konkret geht es bei dem Modellprojekt zunächst darum, dass es in Damflos eine große "Bürgerwerkstatt" gibt, deren Kosten der Kreis übernimmt. Die Ergebnisse könnten beispielhaft auch auf andere Orte übertragen werden und in die kreisweite Strategie einfließen.
"Den Termin für die Werkstatt haben wir schon festgelegt - und zwar auf Samstag, den 4. Mai", sagt Ortsbürgermeister Joachim Wellenberg.
Anlaufstelle für ältere Menschen



Was fehlt in Damflos? Wie stellen sich die Bürger die Zukunft ihres Dorfes vor? Welche Projekte sollte man dafür anpacken? All das sind Fragen, über die sich die Bewohner des Hochwaldorts Gedanken machen sollen. Auf der Basis dieser Ideensammlung sollen dann am 4. Mai konkrete Vorschläge erarbeitet werden. Zwar gibt es seitens der Gemeinde schon gewisse Vorstellungen - etwa die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für ältere Menschen oder Hol- und Bringdienste.
Wellenberg will aber der Arbeit in der Bürgerwerkstatt nicht zu sehr vorgreifen: "Wir sollten erst mal abwarten, was alles für Ideen kommen. Alles andere sehen wir später." Klar ist aber: Die Verwirklichung der Vorschläge wird kein Wunschkonzert sein, da es dann nicht ohne finanziellen Einsatz der Gemeinde gehen wird. "Wie jeder weiß, können wir in dieser Hinsicht keine großen Sprünge machen. Deshalb hoffen wir auch auf reichlich Zuschüsse", betont Wellenberg. Laut Hülpes ist es beispielsweise denkbar, dass die Damfloser später bei innovativen Ideen aus dem Fördertopf des europäischen Leader-Programms schöpfen können.
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zunächst hat der Rat am Mittwochabend nur beschlossen, dass die Gemeinde Damflos beim Modellprojekt des Kreises mitmacht und seine Bürger am 4. Mai zu einem Workshop zusammentrommeln will.

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