Damfloser sind gegen den Nationalpark

Damfloser sind gegen den Nationalpark

Mehr als 76 Prozent der Damfloser Bürger, die bei einer Befragung ihre Stimme abgegeben haben, sprechen sich gegen die Pläne der Landesregierung aus, im Hochwald-Idarwald die Natur allein walten zu lassen. Erstaunlich ist die Beteiligung an diesem Votum für oder gegen einen Nationalpark von nahezu 70 Prozent.

Damflos. "Sind Sie für eine Zustimmung der Ortsgemeinde Damflos zum zukünftigen Nationalpark Hochwald-Idarwald?" 561 Damfloser ab 16 Jahren waren aufgerufen, diese Frage mit Ja oder Nein zu beantworten. 383 (69,87 Prozent) Bürger machten von dieser besonderen Meinungsäußerung Gebrauch. Fast 70 Prozent von ihnen lehnen den Nationalpark ab.
Keine Infoveranstaltung nötig


Ortsbürgermeister Joachim Wellenberg staunte nicht schlecht, als nach zehn Tagen bereits 330 Stimmzettel im Briefkasten des Bürgerhauses lagen. Nur 53 Bürger haben sich am Karfreitag auf den Gang zur Urne gemacht.
Die Notwendigkeit, vor der Bürgerbefragung eine Informationsveranstaltung im Ort anzubieten, sah der Dorfchef nicht: "Es wurde bei Veranstaltungen in Orten ringsum, in den Medien und auf der Internetseite von Damflos informiert." Seit der Entscheidung des Ortsgemeinderates für eine Befragung der Bürger im November vergangenen Jahres, hätten die vier Monate Zeit gehabt, sich eine Meinung zu bilden. Und die haben sie bis Karfreitag, 18 Uhr, mit Abgabe ihrer Stimmzettel kundgetan. Die Auszählung ergab schnell einen eindeutigen Trend: Der Stapel mit Stimmzetteln, auf denen "Nein" angekreuzt war, wuchs zusehends, während die Befürworter eines Nationalparks eine Minderheit blieben. Zur "Ja-Fraktion" gehört der erste Beigeordnete Berthold Bouillon (60). Er findet: "Der Nationalpark ist eine Chance für den Tourismus." Gegner sind leichter zu finden. Helmut Becker (61) ist passionierter Wanderer und befürchtet: "Womöglich bekommt der Wald noch Öffnungszeiten. Der Nationalpark bringt uns nichts." Monika Pink (58) fragt: "Wir haben doch so viel Natur ringsum. Was soll denn da noch dazukommen?" Hans Frey (66) schimpft: "Uns hat bislang niemand die Wahrheit gesagt, was der Nationalpark kostet und woher das Geld kommen soll."
"Ich habe so was in Damflos bereits erwartet", stellt Michael Hülpes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil, in einer ersten Stellungnahme fest. Da sei wohl die Angst ums Brennholz groß, obwohl es in Damflos dabei nur um drei oder vier Hektar gehe, so seine Vermutung.
Der Verwaltungschef sieht nach wie vor eine große Entwicklungschance durch den Nationalpark in der Region: "Es muss bedacht werden, dass auch Fördermittel fließen werden."
Dorfchef Wellenberg freut sich: "Die Befragung hat ein eindeutiges Meinungsbild ergeben, das die Entscheidungsfindung im Ortsgemeinderat enorm erleichtert." Er rate allen betroffenen Ortsgemeinden zu einer solchen Befragung, auch wenn sie mit Arbeit verbunden sei. Züsch hat bereits zugestimmt. Das Votum von Neuhütten steht noch aus.
Extra

Insgesamt gaben 383 von 561 stimmberechtigten Damflosern ab 16 Jahren ihre Stimme ab. Das sind 69,87 Prozent. Bei einem ungültigen Stimmzettel, auf dem weder Ja noch Nein angekreuzt war, votierten 93 (23,72 Prozent) für den Nationalpark. Die überwältigende Mehrheit, 299 Stimmberechtigte (76,28 Prozent), lehnte die Nationalparkpläne der Landesregierung ab. Morgen, Mittwoch, 3. April, berät der Ortsgemeinderat Damflos ab 19 Uhr im Gasthaus Schu in einer öffentlichen Sitzung über das Ergebnis. Am 10. April stehen der Nationalpark und das Kommunale Eckpunktepapier, das der Naturpark Saar-Hunsrück erstellen ließ, auf der Tagesordnung des Verbandsgemeinderates. doth

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