Damit aus Fremden Freunde werden

Musik, Tanz und Folklore - nicht nur aus Europa - bestimmten die Szenerie auf dem Marktplatz der luxemburgischen Grenzgemeinde Grevenmacher.

Grevenmacher. (LH) Ein Hauch von Copacabana versprüht die Fußgängerzone in Grevenmacher, als brasilianische Sambatänzerinnen in ihrem bunten Outfit auf der Bühne umherwirbeln. Den knapp bekleideten, schokobraunen Schönen kann der neblige Oktobersonntag an der Obermosel nichts anhaben. Sie tanzen sich warm.

Schon besser haben es da die Musiker von "Spirit of the Highlands", ihres Zeichens schottische Dudelsackbläser im traditionellen, knielangen Kilt (Rock). Auch die feurigen Flamenco-Tänzerinnen lassen nichts anbrennen bei ihrer Show auf der Bühne. Wenn so viel internationale Folklore auf einmal angesagt ist im luxemburgischen Grevenmacher, dann steht das "Festival der Nationen" auf dem Plan. "Wir feiern das Fest nun bereits zum fünften Male", sagt Nelly Baulor, Präsidentin der Ausländerkommission von Grevenmacher.

"Es kommt immer gut an", ergänzt Aly Gary, einer von insgesamt acht Mitgliedern des Organisationskomitees. Auch was Essen und Trinken angeht, gibt sich das Nationenfest weit mehr als nur europäisch international.

Zwei Beispiele: Bei den British Ladies wird Tee getrunken und es werden Kekse gereicht, am Stand der Philippinen dürfen Köstlichkeiten aus der asiatischen Küche probiert werden. 20 Nationen sind vertreten bei dem Spektakel. Eine Zahl verblüfft: 69 Nationen sind laut Nelly Baulor unter der Grevenmacher Bevölkerung von knapp 4500 vertreten.

Die stärkste Gruppe von den insgesamt 1850 Nichtluxemburgern (Baulor gebraucht absichtlich nicht den Begriff Ausländer) bildeten die Portugiesen mit 700. Die Präsidentin erinnert: Zuerst kamen die Italiener, dann die Spanier und schließlich die Portugiesen. Den Gästen in der Fußgängerzone gefällt das internationale Fest, das vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, damit sich Luxemburger und Nichtluxemburger einander näherkommen sollten. Genau das sei aufgegangen, freut sich Präsidentin Nelly Baulor.