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Damit das Freibad nicht baden geht

Damit das Freibad nicht baden geht

HERMESKEIL. Ein Rettungsanker für das von der Schließung bedrohte Freibad Hermeskeil soll der am Montagabend im Hotel Erbeskopf gegründete Förderverein sein. Ganze Familien, Sportler, Senioren und viele Interessierte kamen zur Gründungsversammlung.

"Ein Sommer im Mittelzentrum Hermeskeil ohne Freibad? Das können und wollen wir nicht hinnehmen", betonte Claudia Fuchs. Die Sprecherin der früheren Bürgerinitiative Freibad präsentierte eine lange Liste mit Argumenten für einen Fortbestand des sanierungsbedürftigen Bades: Das Freibad liegt in einer Schulstadt und ist sowohl Erholungs- als auch Sportstätte. Für die Jugendherberge und den Tourismus in und um Hermeskeil ist das Freibad von elementarer Bedeutung. Mit der Schließung des Bades würde man den Jugendlichen einen bedeutenden Treffpunkt und einen wichtigen Ort für Sport und Spiel nehmen. Laut Claudia Fuchs bleibt Kindern und Jugendlichen dann nur die Alternative, "bei Schwimmbadwetter auf dem Hermeskeiler Donatusplatz oder vor dem Computer abzuhängen". Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Hülpes hält das Freibad für "einen bedeutenden Teil der Infrastruktur, die ein Mittelzentrum wie Hermeskeil haben muss". Außerdem wolle er nicht als "Totengräber des Bades" in die Geschichte eingehen.Auch eine kleine Sanierung ist zu teuer

Aber: "Die Verbandsgemeinde befindet sich in einer sehr schlechten finanziellen Lage." Derzeit stehe alles auf dem Prüfstand der Kommunalaufsicht, "auch die freiwilligen Aufgaben, zu denen der Betrieb der Bäder gehört". Zwei Wallfahrten nach Mainz blieben ohne Erfolg. Laut der Mainzer Prioritätenliste für den Landkreis Trier-Saarburg kann das Freibad Hermeskeil erst in etwa fünfzehn Jahren bezuschusst werden. Selbst eine kleine Sanierung - wonach Länge und Breite des Schwimmerbeckens wesentlich verkürzt würden und auf Umkleidekabinen, das Sprungbecken und den Kiosk verzichtet werden müsste - übersteigt die Möglichkeiten der Verbandsgemeinde. "Wir können es uns nicht leisten, jährlich 50 000 Euro in ein Freibad zu investieren, das den heutigen Badebedürfnissen in keiner Weise entspricht", so Hülpes. Den Sommer 2003 werde das Bad noch erleben, "aber was dann kommt, steht in den Sternen".Junger Verein sucht Spenden und Sponsoren

Doch auch zu einer vorübergehenden Schließung soll es laut Claudia Fuchs und anderen engagierten Bürgern nicht kommen. Deshalb gründeten fast fünfzig Bürger im Hotel Erbeskopf den Förderverein "Rettet das Freibad". Einstimmig wurden Claudia Fuchs zur ersten und Karl-Heinz Dahlke zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Frisch im Amt als erste Vorsitzende informierte Claudia Fuchs die Anwesenden über die geplanten Aktionen, die das Freibad vor dem Ertrinken retten sollen: Möglichst viele Mitglieder sollen geworben werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt einen Euro pro Monat. "Spenden sind herzlich willkommen", so Fuchs. Mit einer weitreichenden Öffentlichkeitsarbeit sollen die Besucherzahlen gesteigert werden. Spielenachmittage, Benefiz-Konzerte der Stadtkapelle und der Schulband im Schwimmbad sollen zur Rettung des Bades beitragen. Außerdem beabsichtigt der Verein, Betriebe zu gewinnen, die bereit sind, Arbeitsstunden für das Freibad zu leisten "Wir haben viele Ideen, und das Engagement der Vereinsmitglieder ist ebenso groß wie der Wille, auch den Verbandsgemeinderat davon zu überzeugen, dass das Bad gerettet werden muss", so Claudia Fuchs.