Damit Schüler in Uganda auf Bänken sitzen

Damit Schüler in Uganda auf Bänken sitzen

Für die Einrichtung und Gestaltung eines Klassenzimmers in der Schule der ugandischen Stadt Ruti sind 7000 Euro bestimmt, die 217 Schüler des Gymnasiums Hermeskeil beim Sponsorenlauf gesammelt haben. Die Probleme der Altersgenossen in diesem afrikanischen Land sind im Unterricht aufgearbeitet worden.

Hermeskeil. Schulbänke haben in der St. Leo\'s Prepartory Primary School in Ruti/Uganda Seltenheitswert. Die meisten Kinder sitzen in ihrer Klasse auf dem blanken Steinboden. Die Fotos an der Stellwand in der Turnhalle des Hermeskeiler Gymnasiums zeigen das Elend des Schulsystems in diesem afrikanischen Land.
7000 Euro, das ist das Ergebnis des sechsten Sponsorenlaufes der Fünft- und Sechstklässler. Das Geld wird den afrikanischen Kindern zu einer normalen Ausstattung für ihr Klassenzimmer verhelfen, einschließlich Fenstern und einer Tür. "Lernen ohne Schulbank, das geht doch nicht", findet Christine (11). Und Daniel (11) will das ebenfalls ändern und meint: "Unser Lauf hat sich gelohnt, wenn die nicht mehr auf Steinen sitzen müssen." Sie sind zwei von 217 Schülern des Gymnasiums, die helfen. "Unsere Schüler gehen über zehn Kilometer, um selbst zu erfahren, wie weit es die Kinder in Afrika zur Schule haben", erklärt Lehrerin Birgit Jung-Hülpes, die den Lauf gemeinsam mit ihrer Kollegin Kerstin Schmitz-Stuhlträger organisiert hat.
Der Heimatverein Hermeskeil stellte Begleiter und Versorgungsstationen. Die Hilfsorganisation Helping Hands, die im Klösterchen angesiedelt ist, sorgt dafür, dass das Geld an die richtige Adresse kommt. "Wir unterstützen nur Projekte, bei denen uns die Helfer persönlich bekannt sind", unterstreicht Jung-Hülpes. Bis heute kamen bei den Sponsorenläufen 45 000 Euro zusammen.
Die Probleme in Uganda und in weiteren Teilen Afrikas wurden in den Fächern Erdkunde, Religion und Ethik mit Hilfe von Filmen und Fotos besprochen. Es ist ein täglicher Kampf ums Überleben, geprägt von Armut, Krankheiten wie Aids und enormer Kindersterblichkeit. "Viele Kinder sind Waisen, weil ihre Eltern bei Unruhen oder durch Krankheiten gestorben sind", sagt die Organisatorin Jung-Hülpes.
Schulleiter Arno Ranft betont: "Das soziale Engagement ist ein Schwerpunkt unserer Schule." Projekte in sieben Ländern sind bereits unterstützt worden. Immer wieder finden die Schüler Sponsoren, die für die Aktionen Geld lockermachen. Die Prädikantin (Laiengläubige, die predigen darf) der Evangelischen Kirche, Marion Holzer, die mit Dechant Clemens Grünebach die Schirmherrschaft übernommen hatte, weiß: "Hier wird Liebe deinen Nächsten lebendig."
Extra

Bei einem Quiz über Uganda konnten ein Sonderwandertag, ein Kino- und ein Schwimmbadbesuch gewonnen werden. Fehlerfrei wurden die 14 Fragen von den Klassen 5 c und 5 d beantwortet. Auf Platz zwei kam die 5 b mit einem Fehler. Helping Hands stellt sich im Internet unter www.helpinghands4uganda.de vor. Die Dachorganisation dieser Hilfe ist unter www.vision-teilen.org zu finden. doth

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