Damit sie schneller rennen als die Verbrecher

Damit sie schneller rennen als die Verbrecher

Knapp 100 Polizeibeamte haben ihre Leistungsfähigkeit auf Zehn- und 21 Kilometer-Läufen bewiesen. Nach einem Crosslauf wurde dafür die asphaltierte Strecke des Ruwer-Hochwald-Radweges ausgesucht. Die besten qualifizieren sich für die Deutschen Polizeisportmeisterschaften im nächsten Jahr.

Hermeskeil. Polizeibeamte müssen für ihren Dienst fit sein, denn jederzeit kann eine anscheinend normale Situation eskalieren, und dann muss es schnell gehen. Wie schnell, das haben knapp 100 sehr sportliche Beamte aus Rheinland-Pfalz beim Langstreckenlauf über zehn oder 21 Kilometer (Halbmarathon) auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg bewiesen. Start und Ziel war der Bahnhofsvorplatz in Hermeskeil. Rund 30 Helfer von der Stadt, dem THW, dem Turnverein, der Polizeiinspektion Hermeskeil und der Polizeihochschule am Flughafen Hahn sorgten für den reibungslosen Ablauf, gemeinsam mit Organisator Edgar Breit und seinem Nachfolger Franz Pauly.
50 Liter Sprudel für 30 Läufer


"Wir stellen Dienstzeit zur Verfügung, damit die Beamten fit bleiben", erklärt dazu Jochen Borchert von der Zentralstelle Polizeisport in Mainz. Wettkampfsport gehe über den normalen Dienstsport jedoch hinaus. Die Leistungsträger kommen hier aus allen Dienstgraden, vom Streifenpolizisten bis zum Direktionsleiter. "Die Besten nehmen an der Deutschen Polizeimeisterschaft im nächsten Jahr teil", erklärt Breit das nächste Ziel.
Bernd Schmidt, Leiter der Leichtathletik beim Turnverein Hermeskeil, sorgt mit seinen Helfern für die Bewirtung und an drei Stellen für viel Sprudel: "Da gehen bei rund 30 Läufern schon mal 50 Liter durch die Rippen." Bis zu 2000 Kilokalorien werden bei jedem Laufsportler verbrannt. Zum Beispiel bei Alexander Claas, der in 1:18:55 Stunden den Halbmarathon gewinnt. "Für den Marathon auf Bundesebene peile ich die 2:45 Stunden für die 42 Kilometer an", kündigt er schon jetzt fürs nächste Jahr an.
Sieger über zehn Kilometer wird Mike Tull von der Polizeiinspektion Bitburg in 38:44 Minuten. Bei den Frauen holt Katja Bambach den Erfolg zur Polizei nach Landstuhl.
Der Hermeskeiler Beamte Nicolas Bohr kommt auf Platz 16, ohne vorher trainiert zu haben: "Ich war eine zeitlang verletzt." Der älteste Teilnehmer, Dieter Scholtes (76) aus Koblenz, schafft die zehn Kilometer mit 52:55 Minuten. Oliver Schmitt aus Gusenburg belegt Rang 32 mit 44:21 Minuten. Schnellste Frau über die Halbmarathon-Distanz ist Sabine Schmitt vom Landeskriminalamt in Mainz in einer Zeit von 1:32:40 Stunden.
Extra

Fitness ist Schlüsselqualifikation der Polizeibeamten: Der körperlichen Leistungsfähigkeit kommt im Polizeivollzugsdienst wie in nur wenigen Berufen eine herausragende Bedeutung zu. Schnell wechselnde Einsätze, Wechselschichtdienst, besondere Erschwernisse durch geschlossene Einsätze (Einbindung einer Vielzahl von Einsatzkräften unter einheitlicher Führung bei einem Großeinsatz), seelische Betroffenheit durch tragische Situationen und das Erfordernis einer professionellen Eigensicherung stellen hohe Anforderungen sowohl an die körperliche Leistungsfähigkeit als auch an die psychische Belastbarkeit. Eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit ist Voraussetzung für effektives Einsatztraining und damit eine gute Grundlage zum Schutz des Individuums bei gefährlichen Einsätzen. doth