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Dank Lockerung: 150 Gäste bei Wiedereröffnung im Greifvogelpark Saarburg

Dank Corona-Lockerungen : Im Greifvogelpark in Saarburg dürfen die Könige der Lüfte wieder fliegen

Um die 150 Besucher genießen am Samstag die Wiedereröffnung des Saarburger Greifvogelparks. Warum die Betreiber dennoch sorgenvoll in die Zukunft blicken.

Die frohe Kunde kam für den Betreiber des Saarburger Greifvogelparks, Wolfgang Klotzbücher, etwas plötzlich. Das Land Rheinland-Pfalz hatte vergangene Woche entschieden, dass neben Friseuren und Fahrschulen auch Tierparks ab dem 1. März wieder öffnen dürften. „Einerseits freuen wir uns darüber. Andererseits hatten wir nur wenig Zeit zur Vorbereitung“, sagt Klotzbücher, als der TV die Anlage besucht.

Die etwa 150 Besucher, die am Samstag gekommen sind, stört das offensichtlich nicht. Sie bestaunen die ersten offiziellen Flügelschläge von Phönix, Loki, Ori und Co in der neuen Saison. Die Gäste freut nicht nur, dass der Park wieder geöffnet ist. Sie genießen es auch, bei schönem Wetter wieder etwas erleben zu dürfen. „Ich finde das klasse, hier an der frischen Luft zu sein. Für die Kinder ist das ein Abenteuer“, sagt Cornelius Theiß aus Saarburg. Eine solche Einrichtung müsse unbedingt unterstützt werden, findet er.

Für die Zwillinge Alina und Desiree (8) ist der Besuch im Park ein Geburtstagsgeschenk, das ihnen ihre Eltern Claudia und Patrick Wampach aus Kirf-Beuren gemacht haben. Die Familie freut sich, dem nervigen Kreislauf von Homeoffice und Homeschooling entfliehen zu können. „Es ist so wichtig, dass dieser Park erhalten bleibt“, findet Claudia Wampach.

Maximal 25 Familien dürfen auf den Bänken des Flugschau-Geländes hoch über dem Park Platz nehmen. Der Abstand muss gewahrt sein, und im Park besteht Maskenpflicht. Eine vorherige Anmeldung per E-Mail (siehe Info) ist Pflicht. „Darüber hat sich niemand beschwert. Die Leute sind einfach nur glücklich, überhaupt kommen zu dürfen“, sagt Gabi Klotzbücher im Kassenhäuschen.

Die kurzfristige Nachricht vom Saisonstart hat den Betreibern allerdings auch ein paar Probleme beschert. „Die Vögel können nach der langen Ruhephase im Winter nicht einfach so losfliegen, sondern müssen erst wieder dafür trainiert werden.“ Dass es mit der Erlaubnis zur Wiedereröffnung so schnell gehen würde, damit hatte Wolfgang Klotzbücher nicht gerechnet. Bei den Vögeln muss nun wieder der Instinkt nach Futter auf dem Handschuh des Falkners geweckt werden. „Das bequeme Winterleben ist für die 28 Greifvögel jetzt vorbei. Jetzt müssen wieder Muskeln aufgebaut und die Tiere an Besucher gewöhnt werden“, erklärt Klotzbücher. Am Eröffnungstag gibt es außerdem eine weitere Schwierigkeit: „Der Ostwind drückt die Vögel ins Tal.“

Dennoch beeindruckt die Show die Besucher. Dass diese zuletzt nicht kommen durften, ist weniger dramatisch. Denn im Winter ist der Park ohnehin geschlossen. Dennoch fehlen laut Betreiber Einnahmen, die zum Beispiel der ausgefallene Weihnachtsmarkt im November, die Gastronomie oder Fotokurse eingebracht hätten. „Futterspenden und finanzielle Unterstützung von Freunden des Parks haben uns in der schweren Zeit sehr geholfen“, bedankt sich Klotzbücher. Aktuell bleibe neben der Sorge, dass genügend Besucher kommen, auch die Hoffnung, dass die Erlaubnis zur Öffnung der Außengastronomie zusätzlich Einnahmen bringen könnte.

Ein anderes Problem lauert weiter im Hintergrund: die Vogelgrippe, die bereits in Rheinland-Pfalz nachgewiesen wurde, aber noch nicht im Landkreis Trier-Saarburg. Taucht sie auch dort auf, wäre das mit erheblichen Auflagen für die Haltung der Vögel verbunden. Daran wollen die Betreiber aber lieber gar nicht erst denken.