"Dank sei dir Herr"

KONZ. Seit 100 Jahren widmet sich der Kirchenchor Sankt Johann Konz-Karthaus der Kirchenmusik. Dafür wurde dem Chor die "Palestrina-Medaille" verliehen. Langjährige Mitglieder wurden in einer Feierstunde geehrt.

Es war keine Vorabendmesse wie an einem gewöhnlichen Tag, die in der Pfarrkirche Sankt Johann in Konz-Karthaus gefeiert wurde, denn am Schluss des feierlichen Gottesdienstes (Messe in F-Dur von Eduard Mechelaere für vierstimmigen, gemischten Chor und Orgel, "Dank sei dir Herr" von Georg Friedrich Händel) gab es noch einen großen Augenblick für den Kirchenchor Sankt Johann: Pastor Georg Moritz (Bernkastel-Kues), Diözesanpräses des Cäcilienverbandes, überreichte dem Chor die Palestrina-Medaille, die höchste kirchenmusikalische Auszeichnung, die der Cäcilien-Verband vergibt. Sie geht auf den berühmten Komponisten und Kapellmeister in Rom, Giovanni Pierluigi da Palestrina, zurück. Gesang trägt auch das Evangelium

Zwei Komponenten müssen zusammentreffen, um in den Genuss der Medaille zu kommen: Obligatorisch ist zum einen 100-jähriges Bestehen eines Chors und zum zweiten, dass der Chor ein bestimmtes kirchenmusikalisches Niveau erreicht hat. Pastor Georg Moritz: "Der Cäcilienverband verlangt die breite Palette kirchenmusikalischer Möglichkeiten, angefangen vom gregorianischen Choral über Mehrstimmigkeit, Kirchenmusik der Klassik, des Barock und der Romantik bis hin zum neuen geistlichen Lied der Moderne. In seiner Predigt unterstrich Georg Moritz, dass ein Kirchenchor durch sein Singen auch ein wichtiger Träger der Verkündigung des Evangeliums sei: "Um es mit Augustinus zu sagen: Gesang ist doppeltes Gebet." Dies gelinge immer dann, wenn die Musik aus dem vollen Herzen der Sängerinnen und Sänger komme und eine christliche Motivation dahinter stehe. Zudem bedeute Kirchenchor gelebte Gemeinschaft untereinander. Gemütlicher Teil mit Ehrungen

"Die einzelnen Mitglieder müssen fühlen, dass jeder für den anderen da ist, der andere mir wichtig ist", betonte Georg Moritz, der von 1990 bis 1993 in Konz als Vikar wirkte. Er sei gerne gekommen, da Konz für ihn ein Stück Heimat bedeute, er eine fruchtbare Zeit hier verbracht habe. Ursula Hurth, Vorsitzende des Kirchenchors, nahm die hohe Auszeichnung dankbar entgegen. Im Anschluss trafen sich die Chormitglieder zu einem gemütlichen Beisammensein im Konzer Ratskeller. Dabei wurden folgende verdiente Sängerinnen und Sänger geehrt: Für 40 Jahre: Lore Grabmüller, Rudolf Justen; für 25 Jahre: Irmgard Kersten, Ursula Hurth, Friedhelm Zender; für 15 Jahre: Karlheinz Kersten, Peter Reinwald und Hermann Hurth. Der Präses des Chors, Pastor Georg Dehn, gratulierte allen herzlich. Wer sich fürs Mitsingen im Kirchenchor interessiert ist herzlich eingeladen, die alle zwei Wochen stattfindenden Proben zu besuchen, jeweils dienstags von 20 bis 22 Uhr, Pfarrhaus Sankt Johann, Brunostraße 44.

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