Das Einzige, was fehlt, ist Geld

Nachdem der Ausbau der Wildtier-Pflegestation Saarburg nach deren Inbetriebnahme im vergangenen Jahr lange geruht hatte, wird seit Juli wieder fleißig "geschafft". Frühestens in vier Jahren soll die Station fertig sein. Das Hauptproblem beim Ausbau ist nach wie vor dessen Finanzierung.

Saarburg. Es ist hochsommerlich heiß an diesem Tag, Schweißperlen glänzen auf der Stirn von Hans Vogler. Dennoch wirkt der ehemalige Saarburger Bauunternehmer bei seiner Arbeit zufrieden. Zusammen mit Christofer Franke, Sascha Grethem sowie den Brüdern Julius und Tobias Hoffmann ist er damit beschäftigt, auf mehreren Betonfundamenten ein Holzgerüst zu montieren. "Wenn das Gerüst steht, überziehen wir es mit einem Drahtnetz", erklärt Vogler. Später, wenn die an ein kleines Gebäude angrenzende "Außenvoliere" fertig ist, sollen dort Vögel untergebracht werden. Fast "betriebsbereit" ist unterdessen die rund 30 Meter lange, fünf Meter breite und knapp vier Meter hohe Greifvogel-Voliere, in der Bussarde, Eulen, Falken und andere Raubvögel auf das Leben in Freiheit vorbereitet werden sollen. Auch sie haben Hans Vogler und sein Team seit Anfang Juli "aus dem Boden gestampft" und damit den Ausbau des an der Straße nach Mannebach gelegenen ehemaligen Forststützpunkts zur Wildtierpflegestation vorangetrieben. Rückblende: Nachdem der Ausbau vor rund zwei Jahren begonnen hatte, ging ein Teil der Pflegestation (der zum Pflegegebäude umgebaute Holzschuppen) Anfang 2008 in Betrieb. Seither ruhten die Ausbauarbeiten weitgehend. Das Hauptproblem war und ist die Finanzierung, das den Betreiber-Verein "Wildtierpflegestation Saarburg" plagte und noch immer plagt. So wurden nach Auskunft von Franz Marx, dem stellvertretenden Vorsitzenden, zum Bau der nun fertiggestellten Greifvogel-Voliere sowie für die Voliere am Pflegegebäude insgesamt rund 25 000 Euro gebraucht. "Einen Großteil hat uns die Sparkasse gestiftet, einen anderen Teil haben wir vom Land bekommen", berichtet Marx. Hinzu kamen Materialspenden von örtlichen (Bau-)Unternehmern sowie zahllose freiwillige Arbeitsstunden von Hans Vogler und den anderen.

Mindestens vier Jahre soll es laut Marx noch dauern, bis die Wildtierpflegestation komplett fertig ist. "Geplant ist als Nächstes ein Gehege für Säugetiere und eins für große Wasservögel, darunter Schwäne." Außerdem soll ein vorhandenes Blockhaus auf dem Gelände noch ausgebaut werden. Dort soll unter anderem ein Behandlungszimmer für verletzte Tiere eingerichtet werden. "Ich rechne damit, dass wir insgesamt noch mindestens 200 000 Euro brauchen", sagt Marx. Extra Im vergangenen Jahr hat die Wildtier-Pflegestation Saarburg nach Auskunft von Franz Marx rund 700 Wildtiere aufgenommen. Rund 60 Prozent der Tiere konnten wieder ausgewildert werden. Neben dem für den weiteren Ausbau der Station noch benötigten Geld muss der Betreiber-Verein "Wildtierpflegestation Saarburg" jährliche Fixkosten von rund 10 000 Euro (Futter, Tierarzt-Behandlungen, Unterhaltungskosten) stemmen. 80 Mitglieder gehören dem Verein an. Vorsitzender ist Wolfgang Klotzbücher.