Das Ende des Schandflecks

Jede Menge Müll an mehreren Glascontainern hinter dem Rewe-Markt im Leukbachtal hat Bürger und Stadt geärgert. Möglicherweise hat Mülltourismus aus dem Saarland dieses Problem mit verursacht. Nun hat der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) die Behälter abgeholt, und die Stadt hat die Fläche aufgeräumt.

Saarburg. Ein rosa Wäschekorb vollgepackt mit dreckigem Porzellangeschirr, ein Transistorradio und etliche Säcke mit alter Wäsche. Der Müllberg an den Glascontainern des Rewe-Markts im Leukbachtal ist ansehnlich. Er liegt verteilt zwischen den Containern, die der Zweckverband ART in Absprache mit den Verbandsgemeinden aufstellt, auf der Wiese und reicht zum Teil bis zur Leuk. Das ärgert auch Walter Zimmer, der Rentner geht an der Stelle regelmäßig mit seinem Hund spazieren. Telefonate mit der Stadt und dem Rewe-Markt bleiben zunächst ohne Ergebnis. Immer wieder hätten sich beide Seiten die Verantwortung für die "Sauerei" zugeschoben, erzählt er.
Der Pressesprecher der Rewe-Gruppe, Thomas Bonrath, lehnt jede Verantwortung des Konzerns für die Müllsituation an den Glascontainern ab. "Wir waren mit der Situation unzufrieden. Inzwischen werden die Behälter aber auch nicht mehr auf dem Kundenparkplatz aufgestellt", sagt der Pressesprecher auf TV-Nachfrage. Die Frage, weshalb sich über einen längeren Zeitraum niemand um die Entsorgung des Mülls auf dem Parkplatz gekümmert habe, lässt Bonrath unbeantwortet.
Die Frage der Verantwortung


Eine Presseanfrage an den Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) ergibt, dass grundsätzlich die Verbandsgemeinden für die Reinigung der öffentlichen Stellplätze zuständig sind. Dafür erhalten sie vom ART einen Kostenausgleich. Auf privatem Gelände sind die jeweiligen Grundstückseigentümer dafür verantwortlich. Aus Sicht des ART sind die Probleme, die an den Glascontainern auf dem Rewe-Parkplatz aufgetreten sind, in der Region einmalig.
Bei der Verbandsgemeindeverwaltung weist Pressesprecherin Susanne Rendenbach daraufhin, dass der Parkplatz nicht öffentlich-rechtlich gewidmet sei. Jürgen Dixius, Bürgermeister der Stadt Saarburg, ergänzt, dass die Stadt regelmäßig Anzeige wegen illegaler Müllablagerung erstatte. Täter machten sich möglicherweise strafbar, wenn durch ihr Handeln die Umwelt gefährdet werde. Ihnen drohten hohe Bußgelder, Geld- oder Haftstrafen.
Zwischenzeitlich sei gehandelt worden, bestätigt die Verwaltung. Der ART habe die Glascontainer abgeholt. Anschließend habe der städtische Bauhof den an dem alten Standort illegal abgeladenen Müll eingesammelt und fachgerecht entsorgt. Die Entsorgungsbehälter, die der ART in Absprache mit den Verbandsgemeinden aufstellt, sollen laut Rendenbach nicht wieder auf dem Parkplatz aufgestellt werden. Die Stelle sei für die Altglasentsorgung nicht geeignet, weil man dort einfach Müll abladen könne, ohne beobachtet zu werden. . Die nächsten erreichbaren Container stehen auf dem Parkstreifen am Saarburger Schwimmbad.
Walter hätte eine andere Lösung bevorzugt: "Hier hätte eine Videokamera installiert werden können, um die Mülltouristen anschließend greifen und bestrafen zu können." Er habe beobachtet, dass häufig Fahrzeuge mit saarländischen Kennzeichen auf dem Parkplatz Stopp gemacht und den Kofferraum leer geräumt hätten.
So wird beispielsweise im Landkreis Merzig-Wadern für 50 Kilogramm Sperrmüll eine Gebühr von zehn Euro - bei Abbholung - berechnet; in Fünf-Kilogramm-Schritten wird jeweils ein weiterer Euro fällig.Meinung

Unverantwortliches Handeln
Da kann man nur staunen. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier bietet weitgehend kostenlos an, Müll abzuholen oder entgegenzunehmen. Trotzdem gibt es wohl einige Menschen, die ihren Dreck lieber auf den Parkplatz werfen. Frei nach dem Motto: "Hauptsache aus meinem Haus ist der Müll weg, sollen sich doch andere damit rumschlagen." Ihn neben Glascontainer hinzuwerfen ist verantwortungslos - schlimm genug, dass die Straßenmeistereien ganzjährig damit beschäftigt sind, den Dreck vom Straßenrand aufzuklauben. Aber staunen lässt auch die Tatsache, dass Rewe, die Stadt, die Verbandsgemeinde und der Zweckverband zunächst wochenlang darüber streiten, wer für die Entsorgung des illegal entsorgten Mülls verantwortlich ist. Die jetzt gefundene Lösung ist ärgerlich; die Müllwerfer haben durch ihr unverantwortliches Handeln dafür gesorgt, dass Bürger, die ihr Glas entsorgen wollen, sich wieder häufiger mit überquellenden Glascontainern rumschlagen müssen, da die noch vorhandenen Container in Saarburg vermutlich schneller voll sein werden. saarburg@volksfreund.de