Das erste Mal beim Blutspenden: "Es tut gar nicht weh"

Das erste Mal beim Blutspenden: "Es tut gar nicht weh"

Trotz schlechten Wetters kamen rund 150 Blutspender zum Termin des DRK-Blutspendedienstes Bad Kreuznach in die Hermeskeiler Hochwaldhalle. Für Claudia Manger (48) war es eine gute Erfahrung. Sie will wieder kommen.

(doth) Die Motivation, zur Blutspende zu gehen, ist für Claudia Manger aus Hermeskeil klar: "Ich brauchte nach einem Unfall selbst Spenderblut. Jetzt will ich mich mit der eigenen Spende bedanken", sagt die 48-Jährige. Mitbringen musste sie nur den Personalausweis oder ihren Führerschein. Es war der fünfte Termin des DRK-Blutspendedienstes Bad Kreuznach beim Ortsverein in Hermeskeil.

Die Erstspender müssen zunächst ein gelbes Formular ausfüllen. Alle Spender und ihr Blut durchlaufen dann mehrer Stationen. Wolfgang Schlei aus Trier, einer der fünf freiwilligen Ärzte beim Blutspendetermin, erklärt: "Wir müssen zunächst feststellen, ob kein Ausschlussgrund vorliegt." Eine sechsmonatige Sperre werde beispielsweise ausgesprochen, wenn die Person kürzlich in einem Malariagebiet Urlaub gemacht hat. Nicht spenden dürfen Menschen, die bereits einen Herzinfarkt hatten oder an Krebs erkrankt sind, selbst wenn dieser als geheilt gilt. Nur eine Ablehnung gab es beim Hermeskeiler Blutspendetermin. Eine Frau wollte zum fünften Mal innerhalb von 12 Monaten Blut abgeben. Frauen dürften pro Jahr aber aus medizinischen Gründen nur vier Mal spenden.

Bei den Spendern wird an dieser ersten Station ansonsten nur der Blutdruck gemessen.

Nächste Station ist der Labortisch. Hier wird mit einem Tropfen Blut der Hämoglobingehalt (roter Blutfarbstoff) und damit der Sauerstoffgehalt des Blutes gemessen, der für die spätere Blutkonserve einen bestimmten Wert nicht unterschreiten darf. Außerdem wird die Körpertemperatur am Ohr abgenommen. Danach setzt Teamleiter Axel Mutschler der Erstspenderin Manger die Nadel. "Es tut garnicht weh", sagt sie.

14 Minuten dauert es maximal, bis 500 Milliliter Blut in einem Gerät verschwinden, in dem sich der Auffangbeutel befindet und das automatisch die Spendezeit und -menge überwacht.

Nachwuchs bei Blutspendern fehlt



Danach muss der Spender zehn Minuten ruhen. Schmackhafte Brötchen, Kaffee oder Kuchen gibt es hinterher vom Team des DRK-Sozialdienstes Hermeskeil. Rund 20 Ehrenamtliche des Ortsvereins sind im Einsatz.

Laut Ortsvereinsvorsitzendem, Bürgermeister Michael Hülpes, stelle das aber ein Problem dar: "Wir haben zwar 650 zahlende Mitglieder, aber leider nur 25 Aktive." Es fehle an aktivem Nachwuchs.

Erstspenderin Manger will auf jeden Fall wiederkommen. Bereits zum 103. Mal ist Roland Ott aus Abtei da. "Ich komme zu fast jedem Termin", sagt der 56-Jährige, der sich schon mal Urlaub nimmt, um Blut spenden zu können.

"Pro Tag werden in Rheinland- Pfalz und dem Saarland 1000 Blutkonserven gebraucht", sagt der Sprecher des Blutspendedienstes, Hans- Jörg Mühlenhoff. Er sieht ein demografisches Problem: "Die Altersgruppe, die Blut braucht, wächst, und der Nachwuchs hält da nicht mit."

Deshalb spricht der Blutspendedienst gezielt junge Menschen an, fährt mit dem Blutspendebus in Schulen, kommt zu großen Veranstaltungen und besucht Firmen.

"Ich sage den Leuten immer, dass jeder einmal Blut brauchen könnte", sagt Michael Hülpes. Außerdem werde das Spenderblut immer intensiv untersucht. Krankheiten können sehr früh entdeckt werden.

Extra Im abgelaufenen Jahr haben 1000 Spender an fünf Terminen in Hermeskeil rund 500 Liter Blut abgegeben. Spenden können gesunde Menschen zwischen 18 und 70 Jahren. Weitere Informationen rund um die Blutspende gibt es beim Spender-Service-Center unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/1194911 oder im Internet unter www.blutspendedienst-west.de (doth)

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