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Das Feuerwehrmuseum wird deutlich teurer

Das Feuerwehrmuseum wird deutlich teurer

Sollte das Feuerwehrmuseum in Hermeskeil gebaut werden, kostet das 3,6 Millionen Euro. Die neue Schätzung, die einen deutlichen Preisanstieg bedeutet, wurde am Dienstagabend dem Stadtrat vorgelegt. Die Entscheidung, ob der Planung zugestimmt und das Projekt auf den Weg gebracht wird, wurde vertagt.

Hermeskeil. Erst nach den Osterferien wird klar sein, ob die Stadt Hermeskeil an ihrem wichtigsten Bauvorhaben festhält und am "Neuen Markt" das rheinland-pfälzische Feuerwehrmuseum entsteht. Auf Antrag der CDU vertagte der Stadtrat mit drei Gegenstimmen den Grundsatzbeschluss über die Zustimmung zur aktuellen Planung und Kostenschätzung für das Projekt.

Fakt ist: Wenn das Feuerwehrmuseum kommt, wird es deutlich teurer als ursprünglich angenommen. Nach der neuesten Schätzung des Planers Christoph Eiden werden die Gesamtkosten auf 3,66 Millionen Euro klettern. Bislang waren 1,8 Millionen Euro dafür veranschlagt, dass das Gebäude des baufälligen Heimatmuseums umgestaltet und daneben ein Neubau errichtet wird.

Allerdings stellte Eiden im TV-Gepräch klar, "dass man nicht von einer Verdoppelung der Kosten sprechen kann". Der aktuelle Preissprung resultiere daraus, dass der Gastronomiebereich (730 000 Euro) in die Gesamtrechnung einfließt. Das war bisher nicht der Fall, weil es zunächst für die Gastronomie einen Investor gegeben hatte. Der Schillinger Geschäftsmann Wolfgang Schäfer hatte sich aber Ende 2008 aus dem Projekt zurückgezogen (der TV berichtete). Nun muss die Stadt den Ausbau der Gastronomie selbst finanzieren und einen Betreiber und Pächter finden. Zudem hat sich inzwischen herausgestellt, dass das Gebäude des alte Heimatmuseums so marode ist, dass zusätzlich 300 000 Euro in die Sanierung gesteckt werden müssen.

Zwar machten alle fünf Ratsfraktionen (CDU, SPD, FWG, BFB und Linke) klar, grundsätzlich hinter dem Projekt zu stehen. Auf den Weg bringen wollte die Ratsmehrheit den Bau vorerst aber nicht.

Dem Gremium müsse, so Markus Forster (CDU), zunächst ein Gesamtkonzept für die gastronomische Nutzung und die Innenausstattung vorgestellt werden. Außerdem müsse geklärt werden, ob das Land trotz der neuen Zahlen weiterhin 65 Prozent der Kosten übernehmen will. Stadtbürgermeister Udo Moser (BFB) machte sich vergeblich für eine schnellere Entscheidung stark. Er verwies auf den Bahnhofsvorplatz - ein zweites Projekt in Hermeskeil, für das ein Landeszuschuss beantragt ist. "Wenn wir dafür eine Bewilligung bekommen, laufen wir Gefahr, mit der Förderung des Feuerwehrmuseums ins Hintertreffen zu geraten." Außerdem könne er auch in vier Wochen noch keinen Wirt für die Gastronomie präsentieren.

Der Förderverein des Museums bedauert die Verzögerung. "Es ist sehr enttäuschend", sagte der stellvertretende Vorsitzende Arnold Eiden. Im Museum sollen historische Uniformen und Fahrzeuge mehr als 100 Jahre Brandschutzgeschichte lebendig machen. Zu den Exponaten der Hermeskeiler Feuerwehr kommen Leihgaben aus dem ganzen Land.

Meinung

Wieder in der Warteschleife

Fast ganz Hermeskeil wartet nun schon seit Jahren auf das Feuerwehrmuseum, und es gibt viele, die die Hoffnung schon fast aufgegeben haben, dass aus diesen Plänen je etwas wird. Nun hat der Stadtrat das fast schon zerredete Projekt noch mal ein Stückchen länger in die Warteschleife geschickt. Nun steht völlig außer Frage, dass der Preisanstieg für den Museumsbau happig und das finanzielle Risiko der Stadt gewachsen ist, weil sie den Gastronomiebereich mangels Investor nun zusätzlich an der Backe hat. Aber: Es gibt vier triftige Gründe, warum die Kommune an ihrem wichtigsten Bauvorhaben festhalten und dafür auch tiefer in die Tasche greifen sollte. Erstens: Es gibt in der Bevölkerung eine große Mehrheit, die hinter dem Museum steht. Zweitens: Der Innenstadtbereich rund um den "Neuen Markt" mit der Ruine des alten Heimatmuseumsgebäudes kann so nicht bleiben und muss so oder so städtebaulich aufgewertet werden. Drittens: Wohl jeder in Hermeskeil sehnt sich nach einer Verbesserung des - vorsichtig formuliert - ausbaufähigen gastronomischen Angebots in der Stadt. Und viertens: Wenn an der Kaserne tatsächlich das Feriendorf Hochwald entstehen sollte, dann muss man den Urlaubern auch etwas bieten, das sie zu einem Besuch in der Innenstadt animiert. a.munsteiner@volksfreund.de