Das große Schweigen

SAARBURG. Beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Trier-Saarburg hat der Vorsitzende Günther Schartz offiziell seine Kandidatur für die Landratswahl am 5. Juni bekannt gegeben ( TV vom 17. Januar). Würde er gewählt, wäre der Bürgermeister-Posten in der Verbandsgemeinde Saarburg neu zu besetzen. Ob möglicherweise Stadtbürgermeister Jürgen Dixius die Ämter in Personalunion ausführen könnte, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Der TV hat im Saarburger Stadtrat nachgehört.

Einen Nominierungstermin für die Landrats-Kandidatur von Günther Schartz gibt es noch nicht, und die Wahl wird erst am 5. Juni entschieden. Schließlich hat auch die SPD mit Katarina Barley eine Kandidatin ins Rennen geschickt. Dennoch tauchen in Saarburg Vermutungen und Spekulationen auf, wer im Falle eines Wahl-Siegs von Günther Schartz den Platz im Büro am Schlossberg einnehmen könnte. Nicht ausgeschlossen wird demnach, dass Stadtbürgermeister Jürgen Dixius sich auch für den Sessel des Bürgermeisters der VG interessieren und zur Wahl aufstellen lassen könnte. Eine Personalunion wie sie etwa in Konz besteht, wo Winfried Manns Bürgermeister der Verbandsgemeinde und der Stadt ist, ist theoretisch möglich und wäre in Saarburg kein Novum. Hans Houy, Vorgänger des ehemaligen Saarburger Bürgermeisters Franz-Josef Blatt, führte über 25 Jahre ebenfalls beide Ämter aus. Nach Auskunft von Robert Franzen, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg, müsste für die Personalunion der Bürgermeister der VG per Ur-Wahl gewählt werden und mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen bekommen. Das Amt des Bürgermeisters - weiterhin im Ehrenamt - könne nach bereits erfolgter Wahl beibehalten werden. Der Bürgermeister der VG wird auf acht, der der Stadt auf fünf Jahre gewählt. Während der hauptamtliche Bürgermeister der VG nach Besoldungsgruppen entlohnt wird, erhält der Stadtbürgermeister eine Aufwandsentschädigung. Die würde im Falle einer Personalunion gedeckelt und auf maximal 1200 Euro, statt im "Einzelamt" 2000 Euro, begrenzt.Weitersehen nach dem 5. Juni

Stadtbürgermeister Jürgen Dixius möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht "aus dem Fenster lehnen". "Günther Schartz hat gerade erst offiziell seine Kandidatur erklärt. Die Mitgliederversammlung der CDU ist Ende Februar, Anfang März. Und gewählt wird am 5. Juni. Danach muss man weitersehen." Ob er für eine mögliche Personalunion zur Verfügung stehe, lässt Dixius offen. Auch eine grundsätzliche Bewertung dieser Ämter-Kopplung möchte er nicht abgeben. Die Chancen seines Parteikollegen Schartz gegenüber der SPD-Kandidatin Katarina Barley schätzt er positiv ein: "Ich gehe davon aus, dass Günther Schartz unser einziger Bewerber sein und deutlich gewinnen wird." Die Fraktionsvorsitzenden im Saarburger Stadtrat geben nur ungern öffentlich formulierte Einschätzungen bezüglich einer Bürgermeister-Nachfolge ab. So meint Matthias Hild, CDU: "Erst müsste Günther Schartz ja mal nominiert sein und gewählt werden, dann hätte man die Spekulation aus dem Raum. Es wäre aber hier sicher keiner böse, wenn ein intimer Kenner unserer Region Landrat würde." Für eine Personalunion sprechen nach Einschätzung des CDU-Fraktionsvorsitzenden grundsätzlich "gute Gründe". So könne man damit ein Zeichen setzen in der allgemeinen Diskussion über Verwaltungsreformen. "Das würde einiges verschlanken." Vor einer konkreten Diskussion warnt Hild jedoch: "In unserer Fraktion ist noch kein einziges Wort zu diesem Thema gefallen. Und schließlich würde zunächst der Gemeindeverband der CDU einen Kandidaten für den Bürgermeister-Posten der VG vorschlagen." Edith van Eijck, SPD, erklärt: "Ich kenne Katarina Barley. Sie ist intelligent, hat Kraft und Ausstrahlung. Ich traue ihr das Amt zu und gehe davon aus, dass sie die Wahl gewinnt." Sollte Günther Schartz das Rennen machen, sei immer noch die Frage, was die CDU mache. "Möglicherweise ist sie ja einem ganz anderen Parteifreund gegenüber mit einem Amt verpflichtet." Grundsätzlich sieht sie in einer Personalunion Vor- und Nachteile, hält sie jedoch für "durchaus denkbar". FWG-Fraktionsvorsitzender Reiner Glosse möchte sich überhaupt nicht zu einer Einschätzung hinreißen lassen: "Wir sind bemüht, die FWG in Saarburg als glaubwürdige, vernünftige und notwendige Fraktion aufzubauen. Deshalb habe ich kein Interesse daran, Spekulationen ins Feld zu führen. Wenn die Kandidaten feststehen, kann man darüber reden."

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