Das halbe Dorf hilft am "Geesbur" mit

Das halbe Dorf hilft am "Geesbur" mit

Noch bis heute Abend wird in Merzkirchen-Kelsen ein für dieses kleine Dorf großes Fest gefeiert. Im Schatten der Kapelle von St. Gangolf trifft sich die Dorfgemeinschaft zum Brunnenfest, das nur alle drei Jahre stattfindet. Die Organisatoren des Fördervereins der Feuerwehr erwarten am Montag Gastwehren der Umgebung.

Merzkirchen-Kelsen. "Die Nachbarn sind alle so nett, und jetzt lerne ich den Rest vom Dorf auch noch kennen", freut sich die Neu- Kelsenerin Michaela Kirch (38). Sie steht in fröhlicher Runde bei der Eröffnung des Brunnenfests, einer Traditionsveranstaltung, die seit 30 Jahren vom Förderverein der Feuerwehr in dem Merzkirchener Ortsteil organisiert wird.
"Wir feiern dieses Fest zwar nur alle drei Jahre wegen des großen Aufwands, aber dann hilft die halbe Dorfgemeinschaft mit", sagt Wehrführer Jürgen Jochem, der weiß, dass er sich auf seine Kelsener verlassen kann. 400 Gäste kommen immer zusammen, auch bei nicht optimalem Wetter. Das sind viermal so viele, wie das Dorf Einwohner hat. Ein Festzelt schützt vor Regen.
"Vor 30 Jahren war mit dem Brunnenfest noch ein anderer Brunnen gemeint", erklärt Ortsvorsteher Gerhard Peter (60). Und zwar der hinter der Feuerwehr. Heute bezieht sich der Name auf den "Geesbur" an der Kapelle St. Gangolf. Da wurden früher die Tiere der Bauern getränkt und Wäsche gewaschen. Natürlich war das auch ein Ort, wo die neuesten örtlichen Nachrichten ausgetauscht wurden.

Wettbewerbe mit Wasser


Vor drei Jahrzehnten baute der Organisator Matthias Bornhofen, seines Zeichens Schreiner von Beruf, für das Fest noch eigens Toilettenhäuschen aus Holz. Inzwischen hat die örtliche Wehr feste Toiletten in das Feuerwehrgerätehaus integriert, die von außen erreichbar sind.
Traditionell dauert das Brunnenfest, bei dem den Gästen ein Meter Bier ausgeschenkt wird, drei Tage. Musikalisch eröffnete das Meuricher Männerquartett die Sause. Am heutigen Montag werden zum Abschluss Gastwehren aus der Umgebung erwartet. Wenn der Wettergott kein Nass von oben schickt, sollen Wasserspielwettbewerbe für viel Spaß sorgen.
Da müssen Teilnehmer zum Beispiel Wasser aus dem Brunnen schöpfen und per Schubkarre über eine Wippe transportieren. In einem Wassereimer sind - was für ein Zufall - Löcher drin. Oder das Wasser muss mit der Hott, dem Transportbehälter für Trauben, auf dem Rücken geschleppt werden. doth