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Das Hofgut kann bald doppelt so viele Hähnchen liefern wie zuvor

Das Hofgut kann bald doppelt so viele Hähnchen liefern wie zuvor

Das Serriger Einrichtung für behinderte Menschen hat ein neues Schlachthaus. Ziel ist es, künftig mehr Geflügel zu verarbeiten, denn das ist gefragt. Marktbesucher erhalten am Sonntag Einblick.

Serrig Klinisch sauber blitzen weiße Kachelwände und schwere Metalltore vor den neuen Kühlräumen auf dem Hofgut Serrig. Das Veterinäramt hat bei den Bauvorgaben zur Hygiene in Schlachthäusern ein strenges Auge aufs Detail. Beim Rundgang durch die Flure des neuen Hauses erläutert Hofgutleiter Michael Köbler: "Später werden dann regelmäßig Proben von den Wänden gesammelt und auf Keime hin untersucht." Alle Vorschriften seien umgesetzt worden, in zwei Wochen werde man daher mit der Produktion in diese Hallen umziehen.
Zuvor haben Besucher aber noch die Möglichkeit, die Räume zu besichtigen: Zum Apfel- und Kartoffelmarkt in der Einrichtung der Lebenshilfe, in der 160 behinderte Menschen leben und arbeiten, werden an diesem Sonntag auch Führungen durch das Schlachthaus angeboten. "Transparenz ist uns in allen Bereichen sehr wichtig. Unsere Kunden wünschen das", sagt Köbler. Was diese Kunden ebenfalls möchten, ist Frisch-Geflügel. Die Nachfrage nach Hähnchen, Pute und Gans sei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Im Gebiet vom Saarland bis zur Eifel zähle das Hofgut Serrig zu den wenigen Betrieben, die solche Frischware aus regionaler Produktion anböten. Um das Alleinstellungsmerkmal zu fördern, habe man daher in eine erweiterte Kapazität investiert. Das neue Schlachthaus hat zwei Millionen Euro gekostet. Anstatt der rund 500 Stück Geflügel, die bislang in der Metzgerei pro Woche verarbeitet wurden, kann das Hofgut nun nahezu die doppelte Menge liefern. Abläufe wurden laut Köbler durch moderne Maschinen vereinfacht und Laufwege verkürzt. Ein entsprechender Ausbau der Ställe sei im nächsten Schritt geplant, teilt der Hofgutleiter mit. In die Ställe können Gäste jederzeit hineinschauen. Die Hähnchen aus Norddeutschland kommen als einen Tag alte Küken auf dem Hof an. Sie werden auf einer mit Stroh ausgelegten Fläche großgezogen. Für die rund 600 Gänse geht es jeden Tag zum Teich und nachmittags wieder zurück in den Stall. Möglichst naturnahe Bedingungen setzt sich das Hofgut als Ziel. Ums Schlachten komme man für die Fleischproduktion freilich nicht herum, aber auch hier bemühe man sich um ein schonendes Verfahren, sagt Köbler. Vor dem tödlichen Schnitt würden alle Tiere per Elektroimpuls betäubt.
Anschließend geht es eine Minute lang in den Brühkessel, um das Gefieder aufzuweichen, das schließlich in einer Rupf-Maschine entfernt wird. Die Weiterverarbeitung übernehmen drei Metzger, drei Metzgergesellen sowie acht Mitarbeiter aus dem betreuten Bereich des Integrationsbetriebs für geistig Behinderte. Sie produzieren alles - von der Hähnchenbrust über die Geflügelwurst bis zur Räucherware. Alle Fleischstücke werden umgehend auf zwei Grad heruntergekühlt und am nächsten Tag im Hofladen zum Verkauf angeboten.Extra: DER APFEL- UND KARTOFFELMARKT


Auf dem Hofgut Serrig findet am Sonntag, 15. Oktober, der Naturpark-Apfel- und Kartoffelmarkt statt, Mitorganisator ist der Naturpark Saar-Hunsrück. Von 11 bis 17 Uhr werden neben kulinarischen Genüssen auch Kunsthandwerk und ein umfangreiches Erlebnisprogramm geboten. Bei der Kinder-Kelter-Aktion kann beispielsweise Apfelsaft frisch gepresst und verkostet werden. Das Hofgut ist zu Fuß oder mit der Weinbergsfeldbahn erkundbar. Viez, Apfelkuchen, Honig, Marmeladen, Käse, Wurst, Räucherfisch, Gemüse aus dem Hof-Anbau und vieles mehr stehen zur Stärkung bereit.