"Das Internet gehört heute zur Grundversorgung"

Greimerath · Drei Schüsseln katapultieren das Hochwald-Dorf in neue Internet- Dimensionen. So empfinden das die ersten Kunden, die ihre Daten direkt über Astra-Satelliten empfangen. Wenn bei dem neuen System Störungen auftreten, bittet Ortsbürgermeister Edmund Schmitt die Betroffenen sich zu melden.

Horst Martin, Volker Leyendecker, Edmund Schmitt und Raimund Marmann (von links) sind begeistert darüber, wie schnell die Seite www.greimerath.com zu erreichen ist. TV- Foto: Herbert Thormeyer

Greimerath. "Ich hatte früher eine Übertragungsrate von 384 Kilobit pro Sekunde zur Verfügung", erinnert sich Raimund Marmann mit Grausen. Der IT- Fachmann war in Greimerath oft am Verzweifeln, wenn er die Computer-Anlage seines Arbeitgebers, ein Krankenhaus in Luxemburg, von zu Hause aus ansteuern wollte. "Ferndiagnosen waren oft unmöglich. Da setzte ich mich bei meinem Bereitschaftsdienst lieber ins Auto und fuhr zum Arbeitsplatz", sagt der Betroffene.
Nicht nur ihm, sondern auch allen anderen Greimerathern wird seit dem 15. Dezember letzten Jahres geholfen. Drei Schüsseln peilen seitdem Astra-Satelliten an, und bringen die Daten mit 25000 Kilobit pro Sekunde auf die Erde. Etwa 50 Haushalte nutzen das neue System bereits. "Dass die Signale wegen des Umwegs über den Satellit eine halbe Sekunde länger unterwegs sind, merkt man kaum", bestätigt Marmann.
Doch alles klappt noch nicht ganz reibungslos. "Beim Telefonieren muss ich schon manchmal zweimal wählen", bedauert Horst Martin. Ortsbürgermeister Edmund Schmitt und der Vertriebsleiter der SES Broadband Services in Luxemburg, Volker Leyendecker, empfehlen damit nicht hinterm Berg zu halten. Meldung von Störungen nehmen die Fachleute der Hotline (089) 20008334 entgegen. Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.greimerath.com.
"Bis auf kleinere Probleme haben wir bislang nur zufriedene Kunden", freut sich der Vertriebschef und empfiehlt die Seite www.astraconnect.de/gemeinden.
Im Haushalt wird nur eine kleine Antenne benötigt. "Ein schneller Internet-Zugang ist heute enorm wichtig geworden", sagt Ortschef Schmitt, der mit seinem Ortsgemeinderat zwei Jahre lang um eine für den Ort finanziell leistbare Lösung des Problems kämpfte. Für die 72 000 Euro- Investition gibt es 65 Prozent Zuschuss vom Land. Bis zu 300 000 Euro hätte ein Anschluss ans Glasfasernetz der Telekom anfangs kosten sollen.
Jeder Schüler brauche heute einen schnellen Internet-Zugang, sagt Schmitt. "Wenn Leute sich für Grundstücke oder Häuser im Ort interessieren, fragen sie zuerst nach dem Internet." Volker Leyendecker ergänzt: "Das Internet gehört heute zur Grundversorgung wie Strom und Wasser." doth