"Das ist doch unsere Rallye"

Ein Verein lädt ein, und eine ganze Region hilft: Die Zerfer Osterrallye hat seit Jahren Tradition. Nicht nur in sportlicher, sondern auch in zwischenmenschlicher Hinsicht. Denn nur gemeinsam sind sie alle stark. Das war auch in diesem Jahr am Ostersamstag und in den Tagen vorher nicht anders.

Zerf. Ostern 2008. Auf den Höhen rings um Zerf, bei Ollmuth, Hentern, Paschel, Baldringen liegt schmutziger, brauner, nass papper Schnee. Es ist glitschig, schmierig. Gift für eine Rallye. Gift aber auch für den Veranstalter, denn etliche Teilnehmer und Besucher bleiben fern. Kurzum, so macht Motorsport, so macht auch eine Veranstaltung, die viele Bewohner gemeinsam auf die Beine stellen, keinen Spaß.

Ostern 2009. Es ist Karsamstag. Rund um den Pluwiger Hammer, Richtung Ollmuth, Hinzenburg, strahlender Sonnenschein. Geschätzte 17 bis 18 Grad. Die Feldwege rund um Ollmuth, Obersehr, Niedersehr sind zugeparkt. In gut einer halben Stunde beginnt die Prüfung auf dem Ollmuther Rundkurs. Motorsportfreunde mit Quads, ganze Familien mit Picknick-Geschirr, mit Trolleys und Vierbeinern sind unterwegs. Die Rallye kann kommen. Oliver, der mit seinem schon etwas in die Jahre gekommenen Benz mit Cochemer Kennzeichen hergekommen ist, stellt fest: "Ganz was anderes als im vergangenen Jahr."

Motorsport, wenn er nicht gerade auf der Rundstrecke ausgetragen wird, hat immer ein bisschen den Charakter einer kleinen Völkerwanderung. Hier eine Prüfung ansehen, da ein Teilstück. Und ab und zu auch mal verfahren. Das gehört dazu. Der Motorsportclub aus Zerf und seine vielen Helfer haben in den Tagen zuvor wieder ganze Arbeit geleistet. Kilometerweise Trassierband verbraucht, Strecken abgegangen, mit Anliegern gesprochen, die Positionen für Sicherheitskräfte und Zeitnehmer festgelegt.

"Alleine könnten wir das alles gar nicht bewerkstelligen", sagt Andreas Annen, der MSC-Vorsitzende. Er weiß, dass er und seine Leute in diesen Tagen auf Unterstützung bauen dürfen. Nicht nur aus Zerf selbst, nicht nur von der dortigen Feuerwehr, die ihr Heim für die Auswettung der Ergebnisse zur Verfügung gestellt hat. Nicht nur auf Vereine und Institutionen, auf Verwaltungen und Behörden, sondern auch auf viele Privatpersonen. "Weil es selbstverständlich ist, und weil es unsre Rallye ist", wie ein Zerfer Bürger, der nicht genannt werden will, sagt. Er hat auch in diesem Jahr wieder ein großes Freigelände für die zahlreichen Fahrzeug-Anhänger der Rallye-Teilnehmer zur Verfügung gestellt.

Mit der Zerfer Rallye identifizieren sich viele. Die freiwilligen Feuerwehren aus Zerf, Saarburg, Pellingen und Pluwig helfen. Ebenso wie der ansässige Funkclub. DRK-Ortsvereine und das THW aus Zerf, Saarburg und saarländischen Gemeinden sind dabei.

Ausflugsstimmung herrscht an diesem Nachmittag in der Nähe des Campingplatzes bei Oberzerf, wo Prüfung Nummer drei und sechs gefahren wird. Zeit für Fachsimpeleien und am Radio ein bisschen Bundesliga hören. Entspannung pur. Hier gibt es besonders schöne Drifts zu sehen. Beifallskundgebungen, aber auch "Expertisen", dass "dem bald die Kolben um die Ohren fliegen."

Für den Abend verabreden sich manche Streckenbesucher zur Siegerehrung in der Ruwertalhalle. Dort haben Vereinsmitglieder alles vorbereitet. Und dort wird die Nacht zum Tage gemacht. Denn auch das gehört dazu. Bei allen, die gefahren sind, und jenen, die geholfen haben. Weil es doch ihre Rallye ist.