"Das ist Erpressung!"

Seit mehr als 20 Jahren wird der Ausbau der Landesstraße 133 in der Ortsdurchfahrt Kollesleuken diskutiert. Inzwischen ist klar: Der Ausbau kommt. Das freut die Gemeinde und die Bürger. Zähe Grundstücksverhandlungen drohen das Vorhaben allerdings weiter zu verzögern.

Freudenburg. Der Ausbau der Landesstraße 133 in Kollesleuken ist längst überfällig. Darin sind sich die Gemeinde und die Planer beim Trierer Landesbetrieb Mobilität (LBM) einig. Letzterer nannte sich noch Straßenbauamt, als in den 80er-Jahren die Idee zum Ausbau der Ortsdurchfahrt entstand. Inzwischen sind aus bloßen Gedankenspielen handfeste Planunterlagen geworden.

Bereits im November hatte der LBM die Bürger des Freudenburger Ortsteils Kollesleuken über die Pläne informiert. Verbesserungsvorschläge der Anwohner sind inzwischen in das Ausbaukonzept eingearbeitet worden. Im Zusammenhang mit dem Planungsverfahren war nun die Zustimmung des Gemeinderats nötig, der in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die Konzeption votierte.

Geplant ist, die L 133 in Kollesleuken auf einer Länge von exakt 521 Metern auszubauen. Die Fahrbahnbreite soll zwischen 4,32 und 5,50 Meter variieren. Links und rechts am Fahrbahnrand sollen 50 Zentimeter breite Entwässerungsrinnen sowie ein durchschnittlich 1,25 Meter breiter Gehweg auf der einen und ein Sicherheitsstreifen auf der anderen Straßenseite entstehen. Darüber hinaus soll ein marodes Brückenbauwerk über den Leukbach komplett erneuert werden. Die Finanzierung des Projekts sollen das Land (Fahrbahn und Entwässerungsrinnen) sowie die Gemeinde und damit die Bürger (Gehwege) sichern. Der Zeitpunkt des Baubeginns steht derzeit noch nicht fest. Laut Lambert Norta vom LBM muss das Land noch zustimmen und die entsprechenden Finanzmittel bereitstellen.

Planer und Gemeinde erhoffen sich vom Ausbau der L 133 nicht nur ein besseres Ortsbild, sondern vor allem mehr Verkehrssicherheit. Zählungen haben ergeben, dass immerhin 850 Fahrzeuge pro Tag - 50 davon sind dem Schwerlastverkehr zuzuordnen - den Ort durchqueren.

Verschwenkungen sollen Verkehrsfluss bremsen



So sollen nach Auskunft Nortas die beidseitigen Entwässerungsrinnen die Fahrbahn "optisch weniger breit wirken lassen und zu langsamer Fahrweise animieren". Außerdem sollen an den Ortseingängen so genannte Fahrbahnverschwenkungen (die Fahrbahn verläuft in Schlangenlinien) den Verkehrsfluss bremsen.

Um sie realisieren zu können, muss der LBM zusätzliches Land ankaufen. Das Dilemma: Während die Gemeinde nicht auf die verkehrsberuhigenden Verschwenkungen verzichten will, sperren sich die Grundstückseigentümer aus unterschiedlichen Gründen gegen den Verkauf ihres Landes. Sollte letzterer nicht zustande kommen, würden die damit verbundenen Umplanungen den Ausbau der L 133 "um weitere vier bis fünf Jahre" verzögern, wie Norta erklärte. Ein Besucher der Ratssitzung meinte daraufhin lautstark: "Das ist Erpressung!"