Das Kriegsende in Oberemmel

Vor genau 65 Jahren wurde Ober emmel von den Alliierten besetzt. Zeitzeugen erinnern sich und berichten bei einem Treffen im Bürgerhaus. Die Erzählungen sollen in die Ortschronik einfließen.

Konz-Oberemmel. (nero) "Dass Krieg war, wurde den Oberemmelern, wie damals üblich, am 1. September 1939 mit der ,Schell' bekannt gemacht. Gemerkt haben sie davon lange nichts", berichtet Ortsvorsteher Hermann-Josef Benzkirch. Er ist der Moderator des Treffens, bei dem Oberemmeler Zeitzeugen auf Einladung der FWG von ihren Erinnerungen berichten können, als vor 65 Jahren die Alliierten ihre Region besetzten.

Evakuierte von der Saar strömten ins Dorf



Den ersten direkten Eindruck mussten sie am Abend des 24. April 1944 erleben, als ein offensichtlich angeschossener Bomber nur etwa 100 Meter hinter dem Forsthaus seine ganze Last an Granaten und Luftminen abwarf.

Josef und Franz Schuster, Karl Schmitt und Ambros Tapp erinnern sich genau: "Das ganze Dorf war erleuchtet, die Hecken und das Unterholz brannten lichterloh." Die Feuerwehr sei ausgerückt, um den Brand mit Schippen anzugehen - nicht wissend, was genau der Bomber abgeworfen hatte. Als man in der Reichskanzlei noch vom "Endsieg" fabulierte, wurde den Oberemmelern ab Dezember 1944 die reale Lage zunächst dadurch bewusst, dass immer mehr Evakuierte von der linken Saarseite im Dorf eintrafen und dass Vieh Richtung Hochwald getrieben wurde. Die Amerikaner kamen immer näher. Das hinderte aber die deutsche Führung nicht daran, Oberemmel zur Festung zu erklären. Die Folge: Etwa 2000 Menschen, bestehend aus Hitlerjugend, Gefangenen und Volkssturm, mussten im Ort untergebracht werden, um Panzergräben, sieben Meter breit und vier Meter tief, auszuheben.

Erste Granateinschläge erreichten den Ort am 22. Februar 1945, der erste Luftangriff kam zwei Tage später. "Er hat viele Menschen das Leben gekostet, darunter elf Dorfbewohnern und mehreren Soldaten", erinnern sich Ottilie Burg und Agnes Kopp. Die Frage nach dem Warum ist heute noch offen. Als am 1. März die Amerikaner den Ort besetzten, sei es mehr eine Erlösung gewesen - trotz der strengen Auflagen der Besatzer.

Es sind noch viele Einzelheiten, die sich FWG-Vorsitzender Hermann-Josef Momper notiert. "Diese Erlebnisse dürfen nicht in Vergessenheit geraten, sie müssen für die Nachwelt in der Chronik festgehalten werden." Dass ein Interesse an den Erinnerungen besteht, bewiesen auch Jugendliche, die Fragen nach dem Wie und Warum stellten.