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Das neue Wellen kommt mit Verzögerung

Infrastruktur : Das neue Wellen kommt mit Verzögerung

Der Ortsgemeinderat hat das Offenlegen des Bebauungsplans für die Josef-Schnuch-Straße beschlossen. Laut dieses Plans soll dort soll auch ein neuer Supermarkt entstehen.

Schon lange ist in Wellen beschlossene Sache, dass die heruntergekommene Josef-Schnuch-Straße zwischen der Feuerwehr und den historischen Siedlungshäusern von Grund auf erneuert werden muss. Das Areal umfasst insgesamt rund 15 300 Quadratmeter. Ein Luxemburger Investor hat die Flächen erworben und plant dort ein Mischgebiet mit Wohnen, Gewerbe und Handel. Kernstück soll ein Supermarkt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und 80 Autostellplätzen werden (der TV berichtete).

Die baurechtliche Grundlage bildet Teil I des Bebauungsplans „Das neue Wellen“, mit dem sich der Ortsgemeinderat seit Sommer 2017 intensiv befasst. Die Planungskosten trägt der Investor auf der Grundlage eines städtebaulichen Vertrags mit der Ortsgemeinde.

Die Entwicklung bisher: Im Sommer 2017 hatte das beauftragte Büro igr in Rockenhausen dem Rat einen Vorentwurf des Bebauungsplans vorgestellt. Im Herbst 2017 beschloss der Rat den Abschluss eines städtebaulichen Vertrags mit dem Investor. Damit war für das Büro igr der Weg frei zur Erarbeitung der konkreten Entwurfsplanung. Seine Offenlage, die jedem Einwohner Gelegenheit zu Einwendungen und Vorschlägen gibt, war damals für den Februar 2018 geplant.

Im April sollte die Planung als Satzung beschlossen und im November der Bauantrag gestellt werden. „Dann können im Frühjahr 2019 die Bagger anrücken“, hieß es in einem TV-Bericht im Herbst 2017. Dieser Zeitplan hat sich um ein Dreivierteljahr verschoben. Dazu sagt Ortsbürgermeister Hans Dostert auf Anfrage: „Die Verzögerungen beruhten auf noch ungeklärten Grundstücksangelegenheiten. Aber die Gesamtplanung ist dadurch grundsätzlich nicht betroffen.“

Erst nun in seiner Oktobersitzung konnte der Rat daher die Offenlage beschließen und die Verwaltung mit dem weiteren Verfahren beauftragen. Vor der Abstimmung, die einstimmig erfolgte, erläuterte Ingenieur Uwe Franzreb vom Büro igr den Planungsstand. Viel Neues hatte er allerdings nicht vorzutragen: „Die Grundzüge der Planung haben sich seit Herbst 2017 nicht geändert.“ Neu seien nur die in die Planung eingearbeiteten Gutachten.

Dabei handele es sich um ein Verträglichkeitsgutachten zu möglichen Auswirkungen des Supermarkts auf Wellen und Umgebung, ein Verkehrsgutachten zur Anbindung des Gebiets, ein Schallschutzgutachten zu denkbaren Lärmemissionen und ein Gutachten zu möglichen Altlasten durch die frühere Nutzung des Areals. Noch nicht ganz abgeschlossen sei die Einarbeitung des Artenschutzgutachtens mit den Schwerpunkten „Fledermäuse“ und „Kleinreptilien“. Das Waldgelände hinter dem Planungsgebiet biete einen Lebensraum für diese Tierarten, so dass das gesamte Projekt der ökologischen Bauüberwachung unterliegen werde.

Das Gutachten sei nur als Vorbericht vorhanden, da die Beobachtung der Fledermäuse, die nun an ihre Winterschlafplätze zurückkehrten, noch nicht abgeschlossen sei. Es könne also noch zu Artenschutzvorgaben kommen, die den Plan aber nicht grundsätzlich beeinträchtigen würden.

So wird es noch etwas dauern, bis an der Josef-Schnuch-Straß tatsächlich die Bagger anrollen können. Mit dem Satzungsbeschluss ist nun für Anfang 2019 zu rechnen. Entsprechend werden sich Bauantrag und Baubeginn verzögern. Der vom Investor beauftragte Projektleiter Gerd Sluiters in der Sitzung: „Sobald das Verfahren abgeschlossen ist, werde ich den Bauantrag einreichen.“