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Das Provisorium hält sich hartnäckig

Das Provisorium hält sich hartnäckig

Einerseits fordert das Land die Erweiterung der Kindertagesstätte Ayl, andererseits ist der Zuschussantrag seit Monaten "in Bearbeitung". Die Ortsgemeinde will nicht auf eigenes Risiko bauen, ohne dass sich Mainz finanziell beteiligt. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates erneut bekräftigt.

Ayl. "Wir bauen erst, wenn die Bewilligung vorliegt", sagt der Ayler Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger fast trotzig. Mit 71 000 Euro soll die Erweiterung der Kindertagesstätte (Kita) in Ayl um 60 Quadratmeter von Mainz gefördert werden. Von dort kam auch die Forderung nach einem Anbau (der TV berichtete).
"Wir können vorzeitig mit der Baumaßnahme beginnen, sagt das Land, allerdings auf eigenes Risiko", erklärt der Ortschef die Zwickmühle. Büdinger hängte sich inzwischen persönlich ans Telefon und bekam vom Büro von Familienministerin Irene Alt die Antwort: "Die Bewilligungsreife des Förderantrages wurde festgestellt." Das sei immer noch keine klare Aussage, schimpft Büdinger.
Derweil kommt das Ende des vom Land erlaubten Provisoriums Ende Juli immer näher. Bis dahin auszuschreiben und zu bauen, sei sowieso illusorisch. Die fünfte Kita-Gruppe nutzt den Raum, der eigentlich eine Turnhalle ist. "Ich gehe davon aus, dass dieses Provisorium verlängert wird", schätzt der Ortschef. Die 96 000 Euro vom Kreis und 73 600 Euro von der Ortsgemeinde können dann eben auch nicht investiert werden.
Für Kita-Leiterin Adelheid Trapp ist das ein unhaltbarer Zustand: "Wir brauchen den neuen Raum dringend, denn die Kita ist überfüllt."
Das neue Bewegungskonzept für die Kinder, die sich viel an der frischen Luft aufhalten sollen, sei ja gut und schön, doch es reiche nicht, um dem Bewegungsdrang der Kleinen nachkommen zu können. Es gehe doch um eine gezielte Förderung.
Ein weiterer Zuschuss aus Mainz soll in einem zweiten großen Projekt in die Ortskernsanierung fließen. Die Grenzen eines Sanierungsgebietes sind bereits abgesteckt. Jetzt soll ein Planer engagiert werden, der in einer Dorfmoderation das künftige Erscheinungsbild des Ortes mit den Bürgern diskutiert. "Wir haben etliche Leerstände, brauchen aber eine Begegnungsstätte im Dorf", erklärt Büdinger. Jahrelang ist ein Gebäude in der Kirchstraße dafür vorgesehen gewesen. Jetzt soll der alte Ortskern näher unter die Lupe genommen werden. doth

Extra

Neues Ratsmitglied und Ehrungen: Christiane Schäfer von der Freien Wählergruppe Büdinger ist als neues Mitglied des Ortsgemeinderates Ayl verpflichtet worden. Sie rückt für den kürzlich verstorbenen Uwe Maximini nach. Für 35-jährige Mitgliedschaft in diesem Gremium wurden Alfred Bauschert, für 30 Jahre Siegfried Büdinger, 25 Jahre Erhard Reis und 20 Jahre Bernd Eilens geehrt. doth