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Das Saarburger Kreiskrankenhaus hat wieder einen Chef-Chirurgen

Medizinische Versorgung : Das Saarburger Kreiskrankenhaus hat wieder einen Chef-Chirurgen

Dr. med. Fadie El Odeh kehrt gerne nach Saarburg zurück. In der Stadt ist er aufgewachsen und hat einen Teil seiner Ausbildung absolviert. Für die Zukunft setzt er auf eine spezielle Operationstechnik.

Als Fadie El Odeh die Möglichkeit sah, im Saarburger Kreiskrankenhaus zu arbeiten, entschied er sich schnell. „Ich habe keine Minute gezögert, mich zu bewerben – trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Das ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt der 46-Jährige, der ab März in Saarburg der neue Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie (Chirurgie des Bauchraums) ist. Er klingt entschlossen, wenn er sagt: „Ich bin optimistisch, dass es klappt, die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Ich glaube an das Haus, und die Region braucht die Klinik.“

Die Verbundenheit mit der Saarburger Einrichtung kommt nicht von ungefähr. Schon El Odehs Vater hat als Internist dort gearbeitet. Der Sohn berichtet: „Wir haben damals gegenüber gewohnt. Von klein auf hatte ich das Krankenhaus vor meiner Nase.“ Doch mit dem Abi in der Tasche ging es erst einmal nach Mainz. Dort hat Fadie El Odeh studiert. Und dort ist ihm klar geworden, wie sehr er seine Heimatstadt schätzt. El Odeh: „Die Schönheit von Saarburg habe ich erst im Studium erfasst. Wenn ich nach einigen Wochen in Mainz hierher kam, dachte ich immer: Wow! Hier bin ich aufgewachsen!“

Gearbeitet hat El Odeh bereits im Haus St. Franziskus. Nach seinem Studium hat er zweieinhalb Jahre seiner Facharztausbildung für Chi­rurgie und Viszeralchirurgie dort absolviert. Diese Ausbildung hat er im Brüderkrankenhaus in Trier beendet und parallel dazu an der Berliner Charité promoviert. Danach ging es für den bärtigen, groß gewachsenen Mann am Trierer Brüderkrankenhaus weiter – zunächst als Assistenzarzt, seit 2007 als Oberarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie.

Auch ganz andere Möglichkeiten hat der Mediziner, der verheiratet ist und vier Kinder im Alter von 13 bis 19 Jahren hat, in der Vergangenheit schon erwogen. In den Libanon zu gehen, der Heimat seiner Frau und seiner Mutter, war ein Thema, Berlin ein anderes. Doch gegen beides sprachen diverse Gründe. Nun also wieder Saarburg. Auf diese Rückkehr ist er gespannt und sagt: „Nach meiner Zeit als Assistenzarzt in Saarburg freue ich mich sehr auf ein Wiedersehen und die neuen Aufgaben und Herausforderungen als Chefarzt.“

Schon beim Fototermin mit dem TV im Saarburger Krankenhaus wird El Odeh vielfach von Bekannten angesprochen – offensichtlich zu beidseitiger Freude. Er wolle möglichst rasch den Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten aufnehmen und sein Wissen im Rahmen von Vorträgen an die Kollegen und Patienten weitergeben, sagt der Chirurg und ergänzt: „Mir ist sehr wichtig, dass auch die Menschen in der Region das Gefühl haben, dass sie im Kreiskrankenhaus gut aufgehoben sind.“

Die Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie im Kreiskrankenhaus Saarburg ist spezialisiert auf Erkrankungen im Bauchraum. Dabei werden Operationen vorrangig minimalinvasiv durchgeführt, so dass keine großen Bauchschnitte notwendig sind. Diese schonende Operationstechnik führt zu einer beschleunigten Genesung der Patienten. El Odeh befasste sich schon in seiner Dissertation mit minimalinvasiven Operationstechniken, die er als Operateur auch bevorzugt anwendet. Zu seinen weiteren fachlichen Kompetenzen gehören Operationen an der Schilddrüse sowie der Nebenschilddrüse.

Interims-Klinikgeschäftsführer Joachim Christmann von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg stellt fest: „Der minimalinvasiven Chirurgie gehört in vielen Bereichen die Zukunft. Deshalb ist es ein großer Gewinn für unser Krankenhaus, einen Arzt mit fundierten fachärztlichen Kompetenzen in diesem Bereich zurück nach Saarburg holen zu können.“ Der erfahrene Chirurg werde das medizinische Niveau der Versorgung im Kreiskrankenhaus Saarburg weiter ausbauen. Dabei werde auch die Kooperation mit dem Mutterhaus Trier eine wichtige Rolle spielen.