Das Schmuckstück geht nun an Franck Nicol

Das Schmuckstück geht nun an Franck Nicol

Bei hochsommerlichen Temperaturen verfolgten gestern Nachmittag rund 150 Gäste den Kommandeurswechsel des 16. Jägerbataillons auf dem Paradeplatz in Beurig. Nach zwei Jahren Dienstzeit übergab Oberst Rémi Seigle während einer militärischen Zeremonie das Kommando an den 44-jährigen Franck Nicol. Die Zukunft dieses letzten französischen Standortes in Deutschland ist indes weiterhin ungewiss. Eine Entscheidung wird mittlerweile nicht vor Mitte Juli erwartet.

Saarburg-Beurig. Die französische Garnison in Saarburg hatte gestern erneut etwas zu feiern. Ungeachtet der bislang nicht geklärten Frage, wie es mit dem letzten militärischen Standort der Franzosen in Deutschland weitergeht und der wahrscheinlichen Aussicht, dass er geschlossen wird, zelebrierte das Militär gestern auf dem Paradeplatz den Kommandeurswechsel. Alle zwei Jahre übergibt der Colonel das Kommando an einen neuen Mann - so wollen es die militärischen Statuten der Franzosen. Nach Defilees der sieben Kompanien, gemeinsamem Singen der beiden Bataillons-Lieder "Sidi Brahim" und "Deuxième Division Blindée" und dem offiziellen "Platzwechsel" des bisherigen und neuen Colonels übergab General Pierre de Villiers das Kommando dem 44-jährigen Franck Nicol. General de Villiers, für diesen Termin aus Paris mit dem Hubschrauber eingeflogen, würdigte den scheidenden Oberst Rémi Seigle als Colonel, der alle an ihn herangetragenen Aufgaben perfekt erfüllt und das Bataillon mit Herz und Intelligenz geführt habe. Darüber hinaus habe es Seigle besonders verstanden, die Beziehungen zwischen der Garnison und den Bürgern sowie den lokalen Amtsträgern zu pflegen und zu vertiefen. Dem neuen Oberst Franck Nicol, der erst in der vergangenen Woche aus Paris nach Saarburg gekommen ist und in Kürze mit einem Teil der Soldaten zum Auslandseinsatz an die Elfenbeinküste aufbrechen wird, wünschte er viel Erfolg für diese Mission. Seigle, der mit seiner Frau und vier Kindern gleich neben der Kaserne am Kammerforst wohnt, verlässt Saarburg schweren Herzens, wie er im Gespräch mit dem TV berichtete. Er bestätigte die TV-Information, dass er in Paris sogar um Verlängerung seines Vertrages in Saarburg gebeten habe. Dort habe man ihn wegen dieser Anfrage lediglich ausgelacht, erklärte er dem TV schmunzelnd.Das Gleichgewicht tut den Soldaten gut

An Saarburg und der Region schätze er nicht allein die gastfreundliche und offenherzige Bevölkerung und die guten Bedingungen für die Familien der Garnison. "Auch in der Landschaft herrscht ein Gleichgewicht, und man genießt hier eine hohe Lebensqualität. Diese Ausgeglichenheit habe ich meinen Soldaten angemerkt. Das ist psychologisch sehr wichtig", so Seigle im TV-Gespräch. Zur Zukunft der Garnison in Saarburg wusste weder Seigle noch sein Nachfolger Neues zu berichten. "Nach neuesten Informationen wird die Entscheidung nicht vor Mitte Juli verkündet", so Seigle. Für seinen Nachfolger spielt die ungewisse Perspektive indes keine Rolle. "Wir sind es gewohnt, von hier nach da geschickt zu werden. Das ändert für mich im Kopf nichts", sagte Nicol. Dem Standort Saarburg eile allerdings ein ganz besonderer Ruf voraus: "Das ist ein Schmuckstück, wurde mir gesagt."

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