Das Team der Hermeskeiler Bäder hat sich einiges ausgedacht, um ihre Einrichtungen wieder mehr in den Fokus zu rücken.

Kostenpflichtiger Inhalt: Konzept für Hermeskeiler Bäder : Mit Dinner und Aqua-Rädern neue Badegäste locken

Das Team der Hermeskeiler Bäder hat sich einiges ausgedacht, um seine Einrichtungen wieder mehr in den Fokus zu rücken und neue Zielgruppen zu gewinnen. Neben Kursangeboten gibt es auch recht ausgefallene Ideen.

Wie könnten das Hallen- und das Freibad in Hermeskeil noch attraktiver für die Besucher werden? Darüber hat Sascha Frank, seit 2005 Badbetriebsleiter, intensiv nachgedacht. Seine Ideen stellte er im Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde vor – und stieß auf viel Zustimmung.

Die Zahl der Stammgäste sei in den vergangenen Jahren geschrumpft, erläuterte Frank. Aus Altersgründen oder wegen Krankheit schieden die Frühschwimmer nach und nach aus, neue regelmäßige Gäste kämen wenige hinzu: „Die Beständigkeit ist weg.“ Laut Verwaltung kamen in der Hallensaison 2018/19 rund 34 000 Badegäste, vor fünf Jahren waren es etwa 35 500. Der Freibadbesuch sei stark vom Wetter abhängig. 36 500 Menschen kamen 2018 dorthin, rund 29 000 in diesem Sommer.

Akuten Handlungsbedarf gebe es aufgrund dieser Zahlen zwar nicht. „Aber die Bäder sind ein bisschen aus dem Fokus der Bevölkerung gerückt“, sagte Frank. Er habe sich daher insbesondere für die Hallenbad-Gäste neue Anreize überlegt. Zum Beispiel lägen Kurse stark im Trend. Im Bereich Fitness gebe es viele Möglichkeiten – vom Jogging bis zum Boxen im Wasser. Die Kurse müssten allerdings außerhalb der normalen Öffnungszeiten ablaufen und würden separat bezahlt.

Für sehr interessant hält der Badleiter Aqua-Bike-Kurse. Dabei stehen Räder, wie man sie aus dem Fitnessstudio kennt, im Becken. Die Teilnehmer strampeln unter Wasser, Schwimmflossen oder Gewichte am Körper erhöhen den Kraftaufwand. „Das ist sehr anstrengend, aber es wäre für uns ein Alleinstellungsmerkmal.“ In der näheren Umgebung Hermeskeils gebe es so etwas derzeit nicht. Zehn Räder wären mindestens nötig. Bei einer Kursgebühr von 100 Euro für zehn Stunden amortisiert sich die Investition in die Bikes laut Frank nach zwei Jahren.

Eine weitere Idee sind Kurse für Schwimmabzeichen, ergänzend zu den montäglichen Kursen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). „Ich halte das für sehr wichtig und sehe uns da als Verbandsgemeinde auch in der Verpflichtung“, sagte Bürgermeister Hartmut Heck (CDU). Christoph König (BfB) stimmte zu: „Man sieht ja, wie wenig Kinder heute noch schwimmen können.“

Ebenfalls gefragt sind laut Badleiter Anfänger-Schwimmkurse für Erwachsene. Denkbar seien auch feste Schwimmzeiten für Gruppen wie Triathleten, denen man ein ungestörtes Training ermöglichen wolle.

Noch ein Vorschlag: eine digitale Werbewand, auf der Firmen, Vereine oder die Verbandsgemeinde sich präsentieren könnten. „Auch unsere Museen könnten darauf werben. Wir haben viele Urlaubsgäste im Bad, die uns fragen, was es in Hermeskeil noch zu unternehmen gibt.“ Denkbar wären laut Badleiter Rabattaktionen für einzelne Dörfer. In der einen Woche kämen beispielsweise Rascheider günstiger ins Bad, in der nächsten Reinsfelder. „Das wäre eine Chance, mehr unserer VG-Bürger ins eigene Bad zu locken“, erklärte Frank. VG-Chef Heck schlug vor, dass die Dörfer in ihrer Woche auch die digitale Werbetafel nutzen könnten.

Eine weitere Idee sind Veranstaltungen zu Festen oder Jahreszeiten. Für Halloween am 31. Oktober habe das Team Dekoration wie Fledermäuse und Kürbisse besorgt, um das Bad zu schmücken. Machbar seien außerdem eine Ostereier-Suche, Kinderspielnachmittage oder Themenveranstaltungen wie ein Abend mit italienischer Musik. „Essen im Bad ist natürlich problematisch, aber wir könnten sicher mit unserem Restaurantpächter etwas organisieren“, sagte Heck. Frank regte eine Art Candlelight-Dinner im Freibad an, beispielsweise für Paare, die was Ausgefallenes für den Hochzeitstag suchten. Um mögliche Neuerungen vorzubereiten, wolle man die Badegäste demnächst befragen: „Wir wollen wissen, was die Kunden fordern.“

Der Ausschuss gab grünes Licht, weiter an den Ideen zu feilen. Christoph König sagte: „Bei den Summen, die wir in die Bäder stecken, sollte es nachher nicht an 1000 Euro für ein Bike scheitern.“ René Treitz (SPD) sah beim Thema Fitness und Aqua-Bikes viel Potenzial. „Die junge Generation hat Bock darauf. Nicht jeder mag laufen oder Radfahren.“

Stefan Ding (CDU) begrüßte die geplante Umfrage, gab aber auch zu bedenken, dass durch die neuen Angebote die Nutzung für normale Badegäste nicht zu stark eingeschränkt werden sollte. Selbst wenn nicht alles umgesetzt werde, würden die Ideen sicher zu größerem Zuspruch führen, urteilte Bürgermeister Heck. Baulich sei nicht so viel zu ändern, dass man mit Erlebnisbädern und Rutschparadiesen konkurrieren könne: „Wir müssen das Beste aus dem machen, was da ist.“

Kurse und Räder müssten natürlich bezahlt und dazu Geld in den Haushalt eingestellt werden. Beim Personal arbeite man schon an einer „Veränderung“.

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