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Das Vermögen im Strichcode-Muster

Das Vermögen im Strichcode-Muster

Im Endspurt: Nach der Erfassung und Bewertung der Vermögenswerte steht bald schon die Aufstellung des ersten doppischen Haushalts an. Die Konzer Verwaltung liegt offenbar gut im Zeitplan.

Konz. Nur noch ein halbes Jahr, dann wird der Hebel ein für allemal umgelegt. Die kameralistische Buchführung fristet in der Verbandsgemeinde Konz nur noch ein kurzes Dasein. Zum 1. Januar 2009 muss alles auf die neue, doppelte Buchführung, die so genannte "Doppik" (der TV berichtete mehrfach), ausgerichtet sein. "Wir liegen gut im Zeitplan", sagt Niko Zimmer, Leiter der Finanzabteilung in der Konzer Verwaltung. Wenn innerhalb der nächsten sechs Wochen die restlichen Dinge erfasst und bewertet sind, dann haben die Finanz-Experten alle rund 19 000 Wirtschaftsgüter der Verbandsgemeinde im Computer abrufbar parat. Ob nun Grundstücke, Straßen oder mobile Güter, alles wurde seit März 2005 unter die Lupe genommen. Um im Sinne der Doppik das Vermögen jeder einzelner Gemeinde und der VG im Ganzen beziffern zu können, mussten sich mehrere Beschäftigte mit Rechnungen, Kostenschätzungen und Abnutzungsdauern auseinandersetzen. Zunächst wurde der Wert von jeweils 7200 Grundstücken in der VG durch konkrete Beschaffungskosten, Vergleich- oder Bodenrichtwerte ermittelt. Danach ging es an die Straßen: "Wir mussten uns jede Straße angucken. Wie lang sie ist, wie breit und in welchem Zustand", erinnert sich Zimmer. "Jeder Wirtschaftsweg musste erfasst werden." Und nicht nur das. Auch 170 Gebäude wie Sporthallen, Feuerwehrhäuser, Kindergärten und Schulen wurden begutachtet. Weiter ins Detail ging es dann innerhalb der Häuser. "Auf jedem Sportgerät, Mobiliar oder Einzelstück befindet sich inzwischen ein Strichcode", erzählt Zimmer, hebt seinen Telefonapparat vom Schreibtisch hoch und weist auf die Unterseite. Dort: ein Strichcode wie aus dem Supermarkt. Er soll zukünftig helfen, den Daten-Wust den einzelnen Gegenständen zuzuordnen und die Abschreibung zu regeln.Die vielen Vermögenswerte, die Abnutzung der Gegenstände und Straßen, die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bilanz und nicht zuletzt auch die Darstellung der Finanzströme innerhalb einer Kommune lassen die bislang recht überschaubaren Haushalte zu kiloschweren "Schinken" anwachsen. In wenigen Wochen wird sich Zimmer zusammen mit seinen Kollegen daran machen, den ersten doppischen Haushalt aufzustellen. <252>Die neue Computer-Software dazu haben sie inzwischen auf ihren Rechnern. Sie allein hat rund 100<133>000 Euro gekostet. Und die komplette Umstellung wird "etwa eine halbe Million Euro kosten", schätzt Zimmer. Geld, das letztendlich die Gemeinden in der VG zahlen müssen. <252>Und wie sich so ein doppischer Haushalt in der Praxis händeln lässt, konnten sich zuletzt einige Ratsmitglieder in einer Schulung beibringen lassen. Von den rund 260 eingeladenen haben sich 120 Mandatsträger angemeldet. MeinungBitte mehr Engagement Nicht mal die Hälfte aller Ratsmitglieder hat sich für Doppik-Schulungen angemeldet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die restlichen 140 Mandatsträger schon ausgewiesene Experten auf diesem recht neuen Feld der Buchhaltung sind. Da hätte ich mir mehr Engagement gewünscht. Schließlich geht es hier um die Gelder der Gemeinde und der Bürger. a.pipke@volksfreund.de