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Das Wandern ist Horst Wolffs Lust: Tawerner ist Ehrenlandesvorsitzender des Deutschen Volkssportverbandes

Das Wandern ist Horst Wolffs Lust: Tawerner ist Ehrenlandesvorsitzender des Deutschen Volkssportverbandes

29 Jahre lang organisierte Horst Wolff Wandern auf Landesebene. Zu seinem Kummer geht die Zahl der Mitgliedsvereine im Internationalen Volkssportverband (IVV) ständig zurück. Selbst hat er bisher 25 000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Der TV sprach mit dem 73-Jährigen über die Zukunft des Volkssports.

Tawern. "Ich bin eher durch Zufall zum Wandern gekommen, denn 1975 fielen mir in Trier-Mariahof so viele amerikanische Autos und Leute in bunter Kleidung auf", erinnert sich Horst Wolff. Das machte ihn neugierig, denn die Menschenmenge startete gerade zu einer Volkswanderung. Wolff wurde nicht nur leidenschaftlicher Wanderer, sondern sogar Wanderfunktionär.
Der gebürtige Rheinländer lebt in Tawern. 29 Jahre lang organisierte der heute 73-Jährige die Veranstaltungen des Deutschen Volkssportverbandes (DVV) auf Landesebene. Die Neugier auf immer neue Strecken, die vor 40 Jahren geweckt wurde, ließ den ehemaligen Berufssoldaten nicht mehr los.
Sein Nachfolger als Landesvorsitzender ist Bernd Derschug (56) aus Bad Sobernheim. Wolff wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit Sorge blickt er in die Zukunft der deutschen Wanderbewegung: "1980 hatten wir unsern Höhepunkt mit 1992 Wandervereinen in Deutschland und 181 in Rheinland-Pfalz." Heute seien es nur noch 753 Vereine auf Bundes- und 99 auf Landesebene. "Es stimmt mich traurig, denn es fehlt der Nachwuchs, der in den Vorständen Verantwortung übernehmen will und bei Veranstaltungen mit anpackt", sagt Wolff. Konkurrenz sieht er im Saar-Hunsrück- oder Moselsteig mit Traumschleifen und Seitensprüngen: "Das beeinflusst die sinkende Teilnehmerzahl an IVV-Wanderungen."
Wandern sei eine touristische Attraktion geworden. Die Menschen kehrten dem organisierten Wandern den Rücken, denn das individuelle Erlebnis werde bevorzugt. Solche Entwicklungen hat der DVV selbst durchgemacht. "Die Erfahrung aus unseren Rund- und Weitwanderwegen hat mich gelehrt, dass der Riesenzulauf nach drei bis vier Jahren abebbt", weiß Wolff, und fragt: "Was ist denn aus den Trimm-Dich-Pfaden geworden?" Selbst Geo-Caching werde einmal an Faszination verlieren, prophezeit er.
Dem Wandern will Horst Wolff treu bleiben, aber jetzt "ohne Gepäck". Damit meint er die Verantwortung, die er früher trug. Die wanderte immer mit. Nun sollen es im Jahr 30 bis 40 Wochenenden werden, an denen er zusammengerechnet geschätzte 500 Kilometer zu Fuß unterwegs sein will. Bis jetzt hat er 25 000 Kilometer zurückgelegt. Nicht viel, meint Wolff. dothExtra

Horst Wolff organisierte während seiner 29-jährigen Amtszeit als Landesvorsitzender vier Benefizwanderungen zugunsten der Stiftung Wald in Not. Sie brachten einen Gesamterlös von 20000 Euro. Für sein langjähriges Engagement wurde ihm 2011 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ferner bekam Wolff die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz, die Albert-Schweitzer-Plakette des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, das Goldene Lorbeerblatt der Deutschen Verkehrswacht und die Goldene Ehrenplakette des Landessportbundes Rheinland-Pfalz. doth