"Das war die Krönung!"

LONGUICH. (kat) Krönen, einweihen, feiern: Barbara Zentius ist Longuichs Weinkönigin und das neue Dorfgemeinschaftshaus ist eingeweiht. Dazu: Viele Besucher, das besondere Flair einer Straßenkirmes und guter Wein und Leckereien aus der Winzerküche – so präsentierte sich die fünfte Longuicher Weinstraßenkirmes.

Sie lag auf einem roten Samtkissen, die Krone der neuen Weinkönigin. Die kleine Leah Prüm hielt das Kissen, sie ließ das Schmuckstück nicht aus den Augen. Die Straße vor dem neuen Dorfgemeinschaftshaus füllte sich. Es schien, als wollten nach drei Jahren Vakanz alle Longuicher dabei sein, wenn ihre Weinkönigin gekrönt wird. Das Moselländische Blasorchester Longuich-Kirsch unter der Leitung von Egon Fritzen hatte sich unter freiem Himmel positioniert. Barbara Zentius, die zu krönende Weinkönigin im bordeauxrot glänzenden Satinkleid und ihre Prinzessin Verena zogen alle Blicke auf sich. Dann der lang ersehnte Moment: Weinjunker Harald I., der Vorgänger, setzte Barbara II. die Krone auf. "Weinkönigin zu sein, bedeutet mehr, als nur Reden zu halten", sagte Barbara II. Sie kündigte an, dass sie das Interesse für das männliche Geschlecht für ihre Königinnenzeit hinten anstellen werde. Nicht gerade zur Freude der männlichen Festgäste verkündete sie: "Wein ist ehrlicher als die Männer. Deshalb halte ich es in Zukunft mit dem Wein."Von einer "Bruchbude" zum Kommunikationszentrum

Ortsbürgermeisterin Kathrin Schlöder beglückwünschte die beiden Winzertöchter, "ihnen wurde die Aufgabe mit in die Wiege gelegt", und schenkte ihnen ihr Vertrauen: "Ich bin mir sicher, ihr werdet gute Repräsentantinnen des Longuicher Weins sein." Nach der Krönung folgte die Einweihung: Kathrin Schlöder ließ noch einmal die Sanierungsgeschichte, von der Planung bis heute, Revue passieren. "Die Planungsphase fiel in die Amtszeit von Josef Schmitt. Was gut geplant ist, lässt sich auch leicht umsetzen. Seine Arbeit ist der Grundstein des Hauses", betonte Schlöder. Architekt Albert Metzger zitierte einen Passanten, der die Anfangsarbeiten mit Argwohn betrachtete: "Eine alte Bruchbude wie die hier reißt man doch ab und baut was Neues." Arnold Schmitt, Erster Beigeordneter, und Landrat Richard Groß bezeichneten das Bürgerhaus nun als neues und wichtiges Kommunikationszentrum im Ort. Und auch die Besucher, die sich nach der symbolischen Schlüsselübergabe das neue und wichtige Kommunikationszentrum ansahen, waren der einhelligen Meinung: Das immer noch zu spürende Flair und der Charme der Vergangenheit verleihen dem Bürgerhaus das gewisse Etwas. Verbandsgemeindebürgermeister Bertold Biwer sicherte zu, dass die Verbandsgemeinde auch für die weiteren Bauabschnitte an der Seite der Ortsgemeinde Longuich stehen werde. Wenn Vatertäume wahr werden

Nach Krönung und Einweihung wurde ausgiebig gefeiert. Kirmesbuden lockten die kleinen Gäste an. Live-Musik, buntes Treiben und Weinstände auf der Straße und in den Winzerhöfen begeisterten die großen Festbesucher. Besonders glücklich war Reinhold Zentius, der Vater der neuen Weinkönigin. Seit ihrer Geburt hatte er gehofft, dass seine Tochter die Krone einmal tragen wird. "Es war ein nicht zu beschreibendes Gefühl gewesen, als meine Tochter gekrönt wurde". Die kleine Lear konnte die ganze Aufregung nicht verstehen. Weinkönigin will sie auf keinen Fall werden.

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