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Das Wasser fließt von den Weinbergen ins Dorf

Das Wasser fließt von den Weinbergen ins Dorf

Was tun, um Schäden bei Starkregen zu vermeiden? Mit dieser Frage hat sich der Serriger Ortsgemeinderat beschäftigt. Sechs Stellen sind im Ort betroffen, wenn es vom Himmel schüttet, wie es derzeit in sehr kurzen Abständen passiert. Aber auch danach läuft das Wasser einfach weiter. Das wurde im Ortsgemeinderat diskutiert.

Serrig. Der Serriger Ortsbürgermeister Egbert Adam ist in den vergangenen Tagen und Wochen viel unterwegs in seinem Dorf. Seine Bürger haben ein Problem: Immer, wenn es stark geregnet hat, klingelt bei ihm das Telefon. An sechs Stellen gleichzeitig läuft dann das Wasser von den Weinbergen ins Dorf. "Der Boden ist mit Wasser gesättigt und kann nichts mehr aufnehmen", sagt der Ortschef. Deshalb durchziehen jetzt tiefe Furchen die Hänge. Auch kleine Bäche wie der Saarsteinbach können das Problem nicht lösen, denn Bewuchs schmälert das Bachbett. Hinzu komme, dass die Weinberge nicht schützend wirkten, weil sie kaum Wasser speicherten, sagt Adams.
Die Probleme sind wegen der Regenfälle der vergangenen Wochen akut, deshalb hat der Serriger Ortsgemeinderat darüber diskutiert. Demnach könnten zusätzliche Geröllfänge helfen, das Problem zu lösen. Diese müssen jedoch häufiger von der Feuerwehr oder einem Gemeindearbeiter wieder vom Geröll befreit werden. "Die betroffenen Anlieger kommen mit dem Schippen kaum nach", sagt Adam, denn das Wasser laufe weiter, auch wenn es mal nicht regne. Vorhandene Entwässerungsgräben seien mit Weiden und Erlen zugewachsen. "Eine dauerhafte Lösung funktioniert nur mit Regenrückhaltemaßnahmen", sagt Adam. So könne das Wasser bereits auf den Hängen in Mulden angestaut werden und nach und nach ablaufen. Doch da müssten die Eigentümer zustimmen. Adam schlägt deshalb vor, dass die Gemeinde Flächen kaufen soll, um solche Mulden anlegen zu können. Die Finanzierung könnte laut Adam in das Förderprogramm Aktion Blau aufgenommen werden, mit dessen Hilfe die Ortsgemeinde das Serriger Bachtal gestalten kann (der TV berichtete). Bis ein Planer eine Lösung entwickelt habe, werden erste Verbesserungsmaßnahmen bis zu 10 000 Euro kosten.
Nach der Diskussion über das Entwässerungsproblem hat der Rat beschlossen, das Betreuungsangebot der Grundschule bis 16.30 Uhr zu erweitern und an die Betreuungszeiten in der Kita anzupassen. Das kostet die Ortsgemeinde 8500 Euro mehr als bisher eingeplant. "Das ist als Anschubfinanzierung für zwei Jahre zu verstehen", sagt Adam. Danach wolle man sehen, wie groß die Akzeptanz für das Betreuungsangebots sei. Die Eltern müssen nun 27 Euro pro Monat mehr zahlen. Das hat das Sozialwerk Saar-Mosel errechnet.
Zwei Gruppen zu je 20 Kindern können gebildet werden. Eine neue Betreuungskraft ist dafür nötig. Für 32 Kinder wurde von den Eltern bislang Bedarf angemeldet. Eines ist Egbert Adam wichtig: "Ein solches Angebot sichert den Schulstandort Serrig." doth
Extra

Der Rat hat auch Aufträge zur Sanierung der Turnhalle vergeben. In einem Umfang von 140 000 Euro plus 40 000 Euro für den Brandschutz bekommt die Halle ein Pultdach, das während der Sommerferien aufgesetzt werden soll. Außerdem wurden 28 000 Euro freigegeben, um Risse in den Fahrbahndecken von Ortsstraßen schließen zu können. Damit sollen größere Schäden verhindert werden. doth