Dauerbrenner Radwegbrücke

Kommt sie oder kommt sie nicht: Beim Schnüren des Investitionspakets für 2008 bestimmte nur eines von 22 Projekten die Diskussion: Im nächsten Frühjahr wird die Entscheidung erwartet, ob das Land Geld für die umstrittene Radwegbrücke in Kell zuschießt. Mit diesem Beschluss stehen und fallen alle Pläne.

Kell am See. Für den Verbandsgemeinderat ist es immer wieder eine Pflichtübung: Bevor der Haushalt fürs nächste Jahr verabschiedet wird, muss das Gremium zunächst ein Investitionsprogramm für die kommenden zwölf Monate aufstellen. 2008 sind 480 000 Euro für 22 Projekte eingeplant, deren Umsetzung entweder durch Verträge verbindlich festgelegt ist oder die als "dringend erforderlich" angesehen werden. Brandschutz ist der dickste Brocken

Rein nachrichtlich nur so viel: Dickster Brocken und auf der Prioritätenliste an erster Stelle angesiedelt ist der Brandschutz: 240 000 Euro will die VG für die Anschaffung eines Löschfahrzeugs für die Freiwillige Feuerwehr Kell ausgeben. 20 000 Euro steuert sie für den Anbau ans Feuerwehrgerätehaus Heddert bei. Diese beiden und 19 weitere Vorhaben sind im VG-Rat völlig unstrittig: Doch - es war fast zu erwarten: An einem Projekt entzündete sich einmal mehr eine ausgiebige Diskussion: "Was ist denn jetzt mit der Radwegbrücke in Kell? Es gibt nur nebulöse Aussagen. Nach meinen Informationen ist die Kiste vom Eis und die Brücke vom Tisch", eröffnete Christian Kruchten von der SPD den verbalen Schlagabtausch. Zur Erinnerung: Im Juli hatte sich die CDU-Mehrheit im VG-Rat gegen die Stimmen von SPD und FWG für eine finanzielle Beteiligung der Verbandsgemeinde an den Kosten für das voraussichtlich 150 000 Euro teure Bauwerk ausgesprochen, das die Ortsgemeinde Kell über der Landesstraße 143 errichten will (der TV berichtete). Dafür ist ein VG-Anteil von 17 500 Euro eingeplant.Klar ist aber: Ohne einen Zuschuss aus Mainz kann die Brücke nicht gebaut werden. "Wir haben einen Antrag auf Förderung aus dem Investitionsstock gestellt und warten jetzt auf eine Zusage", widersprach der Keller Ortsbürgermeister Markus Lehnen (CDU) Kruchtens Vermutung, dass im Innenministerium bereits eine Entscheidung getroffen wurde. "Dieser Beschluss fällt im März oder April 2008. Dabei gibt es drei Möglichkeiten: Der Antrag wird bewilligt, er wird abgelehnt, oder er wird zurückgestellt", ergänzte Werner Angsten (CDU). Eine Aussage, wie hoch der Zuschuss ausfallen wird, könne man derzeit nicht treffen", betonte der VG-Bürgermeister. Aber: "Wir haben den maximalen Betrag von 70 Prozent beantragt." Zwar habe die Ortsgemeinde die Genehmigung für vorzeitigen Baubeginn vorliegen und könnte prinzipiell sofort mit der Errichtung der Brücke beginnen. "Weil wir aber die prekäre Lage und die kontroversen Ansichten kennen, werden wir uns davor hüten, einen Cent auszugeben, bevor der Zuschuss tatsächlich bewilligt ist", sagte Lehnen. Er sei aber guter Dinge, "dass die Brücke gebaut wird".Ludwig Bohr (SPD) stellte erneut den Sinn des Vorhabens in Frage: "Es gibt auf dem Radweg viel gefährlichere Straßenübergänge", so der Schillinger Gemeindechef. SPD und FWG stellten aber vergeblich den Antrag, die VG-Beteiligung von 17 500 Euro aus dem Investitionspaket zu streichen. Die CDU blockte mit ihrer Mehrheit die Forderung ab.

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