Dem Klang auf der Spur

In loser Reihenfolge stellt der TV Künstler aus Saarburg und Umgebung vor. Das können Maler, Bildhauer, Musiker, Winzer oder Lebenskünstler sein. Fortgesetzt wird die Serie heute mit dem Dirigenten und Posaunisten Arno Hoffmann.

Saarburg. Arno Hoffmann ist glücklich. Endlich hat er einen Frack - quasi neben dem Taktstock das wichtigste Accessoire für einen Dirigenten. Mitgebracht hat er ihn aus Bangkok, wo er kürzlich mit dem Gemeinschaftsorchester Saar-Mosel aufgetreten ist (siehe Extra). Der 53-Jährige lebt Musik. Und das, obwohl er sich erst spät dazu entschlossen hat, von der und für die Musik zu leben.
Vorher Finanzdienstleister


Vor acht Jahren entschied sich der gelernte Verwaltungsfachangestellte, seine selbstständige Tätigkeit für einen Finanzdienstleister an den Nagel zu hängen und stattdessen ans Dirigentenpult zu treten. 18 Monate lang besuchte er die Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen (Baden-Württemberg), wo er erfolgreich den B-Schein erwarb, der ihn berechtigt, Laienblasorchester in allen Kategorien zu leiten. Nach einer weiteren Ausbildung darf Hoffmann auch international als Juror für Blasmusik tätig sein.
Mit sieben Jahren setzte sich der Musiker das erste Mal ans Klavier. Zwei Jahre später fing er an, Posaune zu spielen. Beiden Instrumenten gehört bis heute seine Leidenschaft. So gut wie jeden Tag steht Hoffmann vor einem Blasorchester. Neben dem Gemeinschaftsorchester Saar-Mosel dirigiert er den Musikverein Fanfare Oberbillig (Verbandsgemeinde Konz), die Bergmannskapelle Thomm (Verbandsgemeinde Ruwer), den Musikverein Frohsinn Heidenburg (Verbandsgemeinde Thalfang) und das Schulorchester des Saarburger Gymnasiums. Wenn der gebürtige Saarburger mal nicht den Taktstock schwingt, setzt er sich auch mal gerne ins Orchester, "um Posaune zu spielen und in Übung zu bleiben", wie er ersagt.
Hobby zum Beruf gemacht


"Natürlich ist mir die Entscheidung, mein Geld als Profimusiker zu verdienen, nicht leichtgefallen. Aber bereut habe ich sie bis heute nicht", erzählt Hoffmann. Er ist froh, dass er sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Und so setzt er sich morgens oft an sein Klavier und überlegt, wie er in der nächsten Probe noch mehr aus seinen Schülern und Orchestern herauskitzeln kann. "Meine Aufgabe besteht darin, die Stärken der Musiker so in den Orchestersound einzubinden, dass es so klingt, wie es die Partitur verlangt. Ich übersetze die Ideen des Komponisten für meine Musiker." Denn als Dirigent sei er für den Sound des Klangkörpers verantwortlich. Hoffmann sieht im Orchester sein Instrument. "Ein Dirigent muss extrovertiert sein, er muss Spaß haben, andere zu führen, und er muss Spaß daran haben, den Taktstock zu schwingen", erklärt der Musiker.
Alles Dinge, die der Dirigent, der schon in den 1990er Jahren mit dem Saarburger Blechbläserensemble Saar-Brass erfolgreich in der Region Konzerte gab, mitbringt. Denn Musik ist seine Passion.
Extra

Arno Hoffmann war Anfang Oktober gemeinsam mit rund 40 Musikern aus der Region auf einer Konzertreise im thailändischen Bangkok. Für das Gemeinschaftsorchester Saar-Mosel war das eine Premiere. Auslöser für diese Tour nach Thailand war der Tawerner Pastor Jörg Dunsbach, der bei seiner Verabschiedung vor zwei Jahren die Musiker aus der Region gebeten hatte, für ihn an seiner neuen Pfarrstelle in Bangkok mal ein Konzert zu geben. Höhepunkte des musikalischen Trips in die Hauptstadt des südostasiatischen Staats waren der Besuch eines Heims für Aidswaisen sowie zwei Konzerte, die die Musiker von Saar und Mosel gemeinsam mit thailändischen Musikstudenten in der St.-Louis-Church und in einem Einkaufszentrum gaben.itz