Dem Kreuzweg mit allen Sinnen nachspüren

An ein anspruchsvolles und vielversprechendes Programm wagt sich Dekanatskantor Karl Ludwig Kreutz mit dem diesjährigen Dekanatssingen am Sonntag in St. Laurentius heran. Die 14 Kreuzweg-Stationen in der Vertonung von Franz Liszt bilden den Mittelpunkt des Konzerts am Passionssonntag - eine Premiere innerhalb des Bistums Trier.

Saarburg. Karl Ludwig Kreutz steht für Qualität. Und für Kontinuität. Das unter Regionalkantor Joachim Reidenbach in den 70er Jahren begonnene Dekanatssingen setzt Kreutz, Honorar-Professor an der Hochschule für Musik Freiburg und Dekanatskantor, seit zehn Jahren fort. Ungefähr im Jahres-Rhythmus bringt der Kirchenmusiker in einer großen Gemeinschafts-Veranstaltung die Kirchenchöre des Dekanates Konz-Saarburg zusammen - "um ein großes Miteinander erlebbar zu machen", wie Kreutz beschreibt.

400 Sänger "tummeln" sich im Altar-Raum, wenn die Chöre des Dekanats komplett sind. Dabei variieren die Besetzungen stark. So gehört der Freudenburger Chor mit zehn und der Tabener mit 20 Sängern zu den kleinen, während die Saarburger mit 35 Männern und Frauen "anrücken" können.

Ein zentrales Werk wird bei den Traditions-Konzerten stets herausgestellt. Für das diesjährige tritt eine "abgespeckte Delegation" mit 180 Sängern des "Alt-Dekanates" an. Die Kirchenchöre aus Ayl, Beurig, Fisch, Freudenburg, Irsch, Saarburg, Serrig und Taben werden das Publikum mit einer Premiere für das Bistum überraschen.

Der Kreuzweg, Via Crucis, nach einer Vertonung von Franz Liszt bildet das Herzstück des Konzerts. "Die 14 Kreuzweg-Stationen sind die des liturgischen Kreuzwegs", erläutert der Dekanatskantor. "Faszinierend ist, Liszt in dieser Form zu erleben. Sein Kirchenstil ist völlig anders als das, was die meisten sonst von ihm kennen. Er zeichnet sich aus durch eine tiefgründige Geste und eine sinfonische Klangbreite."

Als künstlerische Ergänzung wird der taubstumme Pantomime Jomi, Michael Kreutzer, den Kreuzweg-Stationen teilweise allein, teilweise begleitet vom Chor nachspüren. "Das ist unglaublich nachhaltig und ergreifend", schwärmt Kreutz. An etwas Experimentelles wagen sich drei der acht Chöre mit Knut Nystedts moderner Interpretation des traditionellen Bach-Chorals "Komm, süßer Tod".

Neben diesen Werken stehen "Siehe, das ist Gottes Lamm" von Gottfried August Homilius und Orgelimprovisationen des Ayler Musikers Gottfried Sembdner auf dem Programm. Dechant Klaus Feid wird den Kreuzweg liturgisch begleiten. "In seiner Zusammenstellung und der Verbindung von Barock, Romantik und Moderne bedeutet das Programm für das Bistum tatsächlich eine Premiere", erklärt Kreutz. "Für die Chöre, deren Repertoire sich sonst eher auf Frühbarock, Barock und Klassik konzentriert, ist das eine sehr, sehr anspruchsvolle Version. Die Entwicklung zu beobachten, ist spannend."

Das Konzert in der Saarburger Pfarrkirche St. Laurentius beginnt am Sonntag, 29. März, um 17 Uhr. Eintritt frei.

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