Dem Lockruf der Musik gefolgt

Das Trierer "Novalis-Ensemble" trotzte mit seinem Konzert im Festsaal des Klosters Karthaus erfolgreich der Fußball-EM. Das Bläserquintett, teilweise erweitert um den Pianisten Wolfgang Grandjean, erzeugte eine friedvolle Atmosphäre voll warmer Eleganz.

Konz-Karthaus. (jbo) Die Komponisten weitgehend unbekannt, die Konkurrenz zur Freizeitgestaltung mit dem Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft fast übermächtig - und trotzdem war der Festsaal des Klosters Karthaus mit knapp einhundert Besuchern gut gefüllt. Wer dabei war, konnte eine klare, durchsichtig gestaltete Kammermusik für Bläser und Klavier erleben, die das Publikum mit äußerst freudigem Beifall quittierte.Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott - jedes dieser fünf Blasinstrumente hat eine ganz eigene Klangfarbe. Ob als Quintett, Quartett, Trio oder zum Schluss sogar auch als ein um das Klavier ergänztes Sextett - das Novalis-Ensemble nutzte meisterlich die Möglichkeiten der Instrumente in immer wieder unterschiedlichen Variationen. Dabei wurde schnell deutlich, wie gut aufeinander eingespielt die fünf Bläser (Flöte Gertrud Pazen, Oboe Barbara Görgen-Mahler, Klarinette Dörte Form, Horn Heribert Kröger, Fagott Klaus Risch) mittlerweile sind. Die eher unbekannten, aber sehr gefälligen Kompositionen waren eine Entdeckungsreise wert, auf die man sich von diesen versierten Musikern gern mitnehmen ließ. Die "Chemie" zwischen den Musikern und ihren Instrumenten stimmte einfach, obwohl keiner der Bläser professionell in einem Ensemble spielt. Gesegnet mit einer guten Ausbildung und voller Freude am gemeinsamen Musizieren entstand so von Seiten der Musiker ein klangvoller Abend voller klassischer, teilweise schon romantisch angehauchter Klänge, die großartig zum schräg durch die großen Fenster in den Saal scheinenden Sonnenstrahlen passten. Wer braucht schon eine Fußball-EM, wenn er stattdessen zu so einem Konzert gehen kann?

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