Dem Wachstum eine Grenze setzen

Sie wollen wachsen, dürfen es aber offenbar nicht: Die Gemeinden Temmels und Onsdorf gehören nicht zu den Orten, denen die Regionalplanung erlaubt, über den Eigenbedarf hinaus Bauland zu schaffen. Dies sorgt für Unmut in den Orten.

 Temmels ist nach Angaben der Verwaltung bereits unverhältnismäßig schnell gewachsen. Nun soll die Gemeinde zunächst ihren Eigenbedarf nachweisen, bevor sie sich Gedanken um ein neues Baugebiet macht. TV-Foto: Archiv/Anke Pipke

Temmels ist nach Angaben der Verwaltung bereits unverhältnismäßig schnell gewachsen. Nun soll die Gemeinde zunächst ihren Eigenbedarf nachweisen, bevor sie sich Gedanken um ein neues Baugebiet macht. TV-Foto: Archiv/Anke Pipke

Temmels/Onsdorf. Wenn sie nur so dürften, wie sie wollen: Die Ortsgemeinden Temmels und Onsdorf haben in ihren jüngsten Ratssitzungen ihr grundsätzliches Interesse daran deutlich gemacht, neues Bauland auszuweisen. Beide Male verwies Bürgermeister Karl-Heinz Frieden allerdings auf die Raumplanung des Landes, die für diese Gemeinden eben nicht vorsieht, über den Eigenbedarf hinaus Bauland zur Verfügung zu stellen. Weder Temmels noch Onsdorf besitzen die dafür notwendige Funktion des Wohnens. Ihnen ist laut Kreisverwaltung in der derzeit gültigen Raumplanung lediglich die Funktion "Landwirtschaft" zugewiesen. Erst wenn die Gemeinden einen entsprechenden Eigenbedarf nachgewiesen haben, könne das Prüfverfahren für eine Bauleitplanung eingeleitet werden.

In Bezug auf die Lage in Temmels lehnt die VG-Verwaltung die konkreten Vorschläge der Gemeinde ab, im Bereich "Auf der Klaus" oder "Auf dem Altenberg" neues Bauland zu erschließen. Das Gebiet "Auf der Klaus" am südlichen Ortsrand sei ein Vorbehaltsgebiet für den Arten- und Biotopschutz. Und "Auf dem Altenberg" seien die Grundstücke zu schmal. Vielmehr würde sich aus Sicht der Verwaltung beispielsweise eine zusätzliche Erweiterung des Baugebiets "Käulchen" anbieten. Der Haken: Laut Ortsbürgermeister Joachim Mimler seien die meisten Grundbesitzer nicht gewillt, ihr Land an die Gemeinde zu verkaufen. Ein weiteres Argument der Verwaltung gegen das neue Bauland: Innerhalb des Baugebiets "Auf der Kirth" gebe es drei offene Stellen. Mimler: "Zwei Baustellen haben wir für Temmelser zurückgehalten", und die dritte Baustelle sei wegen ihrer kleinen Größe von etwa 350 Quadratmetern problematisch.

Frieden erläuterte daraufhin den Zweck der Raumplanung. "Wenn alle Wohnorte die gleiche Bevölkerungsentwicklung hätten, dann würde die Zersiedelung gefördert." Und nicht überall sei eine ausreichende Nahversorgung zu leisten.

Der Ortsgemeinderat Temmels hat nun entgegen der Empfehlung der Verwaltung die Teilfortschreibung der Flächennutzungspläne für die Bereiche "Auf der Klaus" und "Auf dem Altenberg" einstimmig beschlossen. Erst wenn der Verbandsgemeinderat dem zustimmt, setzt dies das Prüfverfahren in Gang. EXTRA Die besonderen Funktionen der weiteren Orte in der Verbandsgemeinde Konz im Sinne der Raumordnung (Quelle: Kreisverwaltung Trier-Saarburg): Kanzem: Landwirtschaft und Erholung; Stadt Konz (kooperierendes Mittelzentrum mit Trier): Wohnen und Gewerbe; Nittel: Landwirtschaft und Wohnen; Tawern: Erholung und Wohnen; Onsdorf, Pellingen, Temmels, Wiltingen: jeweils Landwirtschaft; Oberbillig, Wellen, Wawern: keine besonderen Funktionen. (api)

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