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Den Fusenichern fehlt ein Gemeindehaus

Den Fusenichern fehlt ein Gemeindehaus

TRIERWEILER-FUSENICH. (ka) Fusenich ist ein kleiner Ort mit großer Geschichte. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1254. Das 750-jährige Bestehen ihres Dorfes feierten die Fusenicher mit einem stimmungsvollen Sommerfest.

Integration wird in Fusenich groß geschrieben. "Special Guests" beim Sektempfang zum Festauftakt waren deshalb alle Neubürger. Stolz und erfreut erklärte Ortsvorsteher Werner Bonertz: "Fusenich ist 750 Jahre alt, aber der Ort war noch nie so jung wie heute." Der Anteil der Kinder an den rund 220 Einwohnern sei durch die Erschließung neuer Wohngebiete in wenigen Jahren auf 40 Prozent gestiegen. Vergleichbares habe in der Vergangenheit mindestens 100 Jahre gedauert. Die positive Entwicklung erfordere eine adäquate Infrastruktur. "Wir benötigen dringend ein Gemeindehaus", betonte Werner Bonertz. Gleicher Meinung ist offenbar die überwiegende Mehrheit der Bürger, fehlte doch in kaum einer der folgenden Festreden der Hinweis auf die sehnlich gewünschte kommunale Begegnungsstätte.Mundart-Vorträge und Kinderbelustigung

Derweil sollte das Sommerfest keineswegs zum Tribunal für Bürgeranliegen werden. Im Gegenteil: Kurzweil und Geselligkeit waren angesagt. Ortsbürgermeister Peter Schuster begeisterte mit einem aus dem Stegreif gehaltenen Mundart-Vortrag. Stefan Ferring, Fusenichs Chronist, gab kleine Dorfgeschichten zum Besten, und ein Dia-Vortrag von Klaus Meis ließ die vergangenen 20 Jahre Ortsgeschichte Revue passieren. Drei Tage lang ging auf Fusenichs idyllischem Festplatz ein für Groß und Klein gleichermaßen unterhaltsames Programm über die Bühne. Ausgerichtet hatte es der Heimatverein Fusenich, dessen Vorsitzender Wolfgang Barth allen Gästen frohe Stunden wünschte und allen Helfern herzlich dankte. Wie heute gelöscht wird und vor 100 Jahren der Rote Hahn bekämpft wurde, demonstrierte die Feuerwehr Trierweiler. Die aktive Truppe rückte mit einer alten Pferdespritze an, die Jugendwehr mit einer modernen Tragkraftspritze TS 8/8. Pastor Hermann Zangerle zelebrierte eine Messe unter freiem Himmel, musikalisch gestaltet vom Musikverein Udelfangen. Aktivposten im Hinblick auf das leibliche Wohl waren der Frühschoppen, herzhafte Happen verschiedener Art sowie das riesige Kuchensortiment der Fusenicher Backkünstlerinnen. Der Gesangverein Trierweiler erfreute die Festbesucher und für italienische Klänge sorgte die Gruppe "Tutti Colori". Ganz besonders auf ihre Kosten kamen die Kleinsten. Fasziniert waren sie vom Kasperle der "Hunsrücker Puppenbühne" und von Frau "Zappzerapp", deren virtuoses Luftballon-Modellieren an Zauberei grenzte. Bei all dem sollte auch die Historie nicht zu kurz kommen. Ein kleines geschichtliches Referat hielt Bürgermeister Wolfgang Reiland innerhalb seines Grußworts. Auch Ortsbürgermeister Peter Schuster und Ortsvorsteher Werner Bonertz machten Ausflüge in die Geschichte. Demnach war 1254, das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung Fusenichs, geprägt von Veränderungen und Umbruch. Überdies wird angenommen, dass die Wurzeln der Ansiedlung bis weit in die Keltenzeit zurückreichen. Bezeichnungen wie Wusevey, Wuseney, Wossenik oder Vusevich führten schließlich zum heutigen Ortsnamen. Als "Vosene" vermachten im Jahre 1254 der Ritter Henrich von Hucsley und seine Frau Ida das Dorf dem Kloster Hemmenrode (Himmerod). Wer mehr über die Geschichte Fusenichs erfahren will, findet spannende Einzelheiten in Stefan Ferrings Dorfchronik.