Denkmalschützer seid wachsam!

Es gibt einen denkmalgeschützten jüdischen Friedhof in Saarburg und eine Gruppe junger Leute, die dort "Ordnung" schaffen. Sie tragen Bruchstücke von Grabmalen zusammen, und ihr Betreuer äußert sich: "Wir sind noch nicht sicher, was wir mit den Grabsteintrümmern machen sollen." Die Stadt Saarburg unterstützt die Initiative.

Angesichts der tatkräftigen Beherztheit der Jugendlichen entsteht die Frage: Was geht hier vor? Das hätten wir gestern Mittag gerne von Stadtbürgermeister Jürgen Dixius gewusst, der jedoch telefonisch nicht erreichbar war. Also, Anruf bei der Denkmalbehörde, in diesem Fall bei der Kreisveraltung. Dort ist die Überraschung groß, wie groß das Entsetzen, ist nicht überliefert. Niemand weiß etwas von den Aufräumaktionen. Die Alarmglocken schrillen. Im Lauf des Nachmittags ruft Jürgen Dixius in der TV-Redaktion an. Alles in Ordnung, meint er, die Aktion sei mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und der Jüdischen Kultusgemeinde Trier abgestimmt. Die habe schon zweimal einen Repräsentanten nach Saarburg geschickt, der das Engagement der Jugendlichen gelobt habe. Die Steine seien alle aus einer Böschung und einem darunter fließenden Bach geborgen worden. Die Stadt wolle in Abstimmung mit der jüdischen Gemeinde den Friedhof begehbar machen und die Zuwegung erneuern... Wieso von alledem die Denkmalbehörde nichts gewusst habe? Antwort: "Es ist ja noch nichts geschehen." So viel Blauäugigkeit? Jeder Besitzer denkmalgeschützten Eigentums weiß, dass er bei Eingriffen in die Substanz von Anfang an mit der Behörde kooperieren muss. Denkmalschützer seid wachsam! e.kullick@volksfreund.de