Abfall: Deponie Saarburg – ein Müllberg zieht um

Kostenpflichtiger Inhalt: Abfall : Deponie Saarburg – ein Müllberg zieht um

Für die Verlagerung von 500 000 Tonnen Deponiematerial werden ab Dezember täglich 50 LKW-Ladungen nach Mertesdorf transportiert. Die Aktion soll zwei Jahre lang dauern.

Vor sieben Jahren hat der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) erstmals bekanntgegeben, dass die ehemalige Hausmülldeponie von Saarburg nach Mertesdorf umziehen soll. Schon damals war klar, dass gewartet wird, bis die Könener Ortsumgehung gebaut ist. Die Trasse existiert nun seit zwei Jahren. Im September dieses Jahres erhielt der ART die Genehmigung für den Umzug, im Dezember soll das riesige Projekt beginnen.

Für 18 Millionen Euro wird das Deponiematerial sowie der verunreinigte Boden laut ART vollständig abgetragen und nach Mertesdorf gebracht. Dort wird die Masse in einen modernen Deponieabschnitt im Entsorgungs- und Verwertungszentrum eingebaut. Es geht um 300 000 Kubikmeter Abfall, die ursprünglich auf der Deponie gelagert wurden. Der ART schätzt, dass diese Menge in etwa dem Volumen von 300 Einfamilienhäusern entspricht. Ihr Gewicht: 500 000 Tonnen.

Ab Dezember sollen Laster das Material an fünf Tagen pro Woche abtransportieren. Ab wann genau, lässt sich laut Kirsten Kielholtz derzeit nicht sagen. Die ART-Sprecherin erläutert: „Dies ist vom Fortschritt der vorbereitenden Arbeiten auf dem Deponiegelände abhängig.“ Eine Baustraße von der L 135 zum Gelände sei bereits gebaut worden. Derzeit würden Bau- und WC-Container aufgestellt, Zuwegungen und Wendeplätze für die Laster eingerichtet.

Die Strecke, die die Laster Richtung Mertesdorf nehmen, führt von der einstigen Deponie an der L 135 zur B 51 beim Tobiashaus, weiter über die Umgehung Könen und die B 49 durch Trier hindurch zur A 602. Ab der Ehranger Brücke geht es dann über die L 151 zum Entsorgungszentrum Mertesdorf. Laut ART wurden die Auswirkungen auf den laufenden Verkehr zusammen mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) untersucht. Das Ergebnis: Auf dem größten Teil der Wegstrecke werde das Verkehrsaufkommen nicht wesentlich gesteigert.

In der Region Trier existieren noch fünf Deponien, die der ART aktuell befüllt. Mehr als 20 Altdeponien in diesem Bereich sind wie die Saarburger Einrichtung stillgelegt und werden vom ART kontinuierlich überwacht. In einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt es: „Diese Deponienachsorge ist eine verantwortungsvolle und sehr kostenintensive Aufgabe.“ Verbandsdirektor Max Monzel erklärt: „Im Bereich der Deponienachsorge unterliegen wir strengen gesetzlichen Vorgaben. Es muss auch mehrere Jahrzehnte nach der Schließung einer Deponie noch sichergestellt werden, dass es nicht zu Umweltbeeinträchtigungen durch das eingelagerte Material kommt.“ Regelmäßig würden Bohrungen vorgenommen, um den Zustand der Deponie zu beurteilen. Permanent werde das Grundwasser im Umfeld analysiert. Modernste Technik stelle die kontinuierliche Überwachung jeder einzelnen Deponie sicher.

Im Rahmen dieser Sicherungsmaßnahmen wurde laut ART in Saarburg festgestellt, dass die vor etwa 60 Jahren nach dem damaligen Stand der Technik gebaute Deponie den Schutz des Erdreichs vor Kontamination nicht mehr garantieren kann. Zudem fand der ART heraus, dass die Rohre unter der Deponie, in denen der Klingenbach fließt, im Laufe der Jahre eingebrochen sind. Er war als klar, dass gehandelt werden muss.

Doch stellte sich die Frage, wie eine Bodenabdichtung saniert werden soll, auf der 300 000 Kubikmeter Abfall lagern. Laut ART wären die Arbeiten mit extrem hohen Kosten verbunden gewesen. Je nach Beschädigungsgrad hätte zudem keine vollständige Abdichtung erreicht werden können. Also hat sich der Zweckverband für den Umzug entschieden.

Monzel stellt klar: „Erst wenn durch die entsprechenden Fachfirmen keinerlei Rückstände mehr im Boden nachgewiesen werden können, ist der Rückbau abgeschlossen.“ Zurück bliebe das ursprüngliche Tal des Klingenbachs. Das Gelände werde dann renaturiert und das Wasser des Klingenbachs dem Lohbach zugeführt. Das Ende der Arbeiten ist für 2022 geplant.

Mehr von Volksfreund