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Der Anlaufpunkt für Weiterbildung

Der Anlaufpunkt für Weiterbildung

KONZ. Potenzielle Kursus- oder Veranstaltungs-Teilnehmer umfassend zu beraten und ihnen ein fast maßgeschneidertes Angebot zu unterbreiten - darin sieht Leiterin Maria Dumrese die Aufgabe der Volkshochschule Konz. Dabei spiele die Vernetzung mit anderen Einrichtungen eine elementare Rolle.

Seit 13 Jahren leitet Diplom-Pädagogin Maria Dumrese die Volkshochschule in Konz. Acht Außenstellen zählen in der Verbandsgemeinde Konz dazu. Für den gesamten Bereich Trier-Saarburg sind es rund 30, an deren Spitze Karl-Heinz Weichert als Leiter der Kreisvolkshochschule steht. "Wir sind darum bemüht, ein flächendeckendes Angebot zu bringen", sagt Maria Dumrese. "Dabei habe ich von Anfang an sehr zielgruppenorientiert gearbeitet."Ungewöhnliche Wege werden beschritten

Frauen, Senioren und Ausländer nennt die Leiterin als elementare Gruppen. "Um auch die Senioren für unser Programm zu gewinnen, ist Frau Dumrese sehr geschickt vorgegangen", lobt "der große Chef" Karl-Heinz Weichert. "Sie hat vor einiger Zeit die Konzer Seniorenheime aufgesucht und dort Kontakt zu interessierten Personen aufgebaut." Auch bei der Zielgruppe Ausländer seien ungewöhnliche Wege gefragt, um an sie heranzutreten, weiß Dumrese: "Da sie in der Regel wegen Sprachproblemen unser Programm nicht lesen, müssen wir anders auf sie zugehen." Erst kürzlich habe sie mit der Konzer Ausländerbeauftragten einen "bunten Nachmittag" im stark von ausländischen Kindern besuchten Kindergarten in Konz-Karthaus organisiert. Seit Anfang der 90er-Jahre stelle die VHS Konz in Kooperation mit der Ausländerbeauftragten spezielle Integrations- und Sprachkurse zusammen. Fördermaßnahmen des Landes würden dabei integriert. Um noch stärker auf die Zielgruppe zuzugehen, plant Dumrese, ein Faltblatt mit ausländerspezifischen Angeboten in mehreren Sprachen beim Sozialamt auszulegen. "Generell ist die Vernetzung mit anderen Einrichtungen und Anbietern ähnlicher Programme enorm wichtig. Daran müssen wir arbeiten", erklärt Karl-Heinz Weichert. Die Zusammenarbeit mit Volkshochschulen der Region funktioniere bereits sehr gut. So schicke die VHS in Trier beispielsweise häufig Interessenten von Luxemburgisch-Kursen nach Konz. Weichert: "Denn dieses Angebot ist mittlerweile bei uns ein großer Schwerpunkt geworden." Umgekehrt empfehlen die Konzer Veranstaltungen in der Trierer Einrichtung, "wenn dies für die Leute besser passt", sagt Dumrese. "Wir verstehen unsere Aufgabe so, dass wir den Interessenten beraten und ihm ein Angebot heraussuchen, das möglichst optimal für ihn geeignet ist - auch wenn dies nicht bei uns ist", sagt die Leiterin. Die VHS pflege einen Beratungsstil aus Sicht der Bürger und nicht aus Wettbewerbs-Perspektive, unterstreicht Weichert.Impulse von oben und unten

Die Programmstruktur gestalte sich "durch Impulse von oben und von unten", erläutert er. So greife die VHS immer wieder Anregungen und Wünsche von Besuchern auf. War vor zehn Jahren noch der gesamte Bereich der EDV "der Renner" gewesen, so Weichert, sei die Nachfrage danach mittlerweile stark zurückgegangen. Stattdessen erwarteten die Menschen stetig mehr Angebote in Persönlichkeits- und Gesundheitsbildung. Stressbewältigung und Ernährung seien vorrangige Themen. Karl-Heinz Weichert ist zudem davon überzeugt, dass sich das Programm durch die Globalisierung radikal ändern wird. "Gegenüber der so genannten Dritten Welt sind wir eine Minderheit. Nur wissen die meisten leider zu wenig darüber. Deshalb wird es künftig auch unsere Aufgabe sein, zu informieren und die Leute vorzubereiten." Dass die Volkshochschule nach wie vor "ihre Berechtigung hat", davon ist Weichert überzeugt: "Wir sind der Anlaufpunkt für Weiterbildung und genießen uneingeschränkten Zulauf."