Der Ausbau kommt

Steigende Schülerzahlen und ein Raumangebot, das längst nicht mehr ausreicht - die Situation, mit der Schüler und Lehrer am Gymnasium Saarburg leben müssen, ist nicht erst seit gestern unzumutbar. Nun steht fest: Die Lehranstalt zwischen Hecking- und Graf-Siegfried-Straße wird erweitert. Das beschloss der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung.

Saarburg. Von Anfang an war klar, dass es sich nur um ein Provisorium handeln würde. Gemeint sind die "mobilen Klasseneinheiten", wie Schulleiter Rainer Kramer die Container fast liebevoll nennt, in denen seit Dezember einige Klassen seiner Schule unterrichtet werden. Zwar war und ist der akute Platzmangel, der im Saarburger Gymnasium schon seit Jahren herrscht, damit nicht behoben. Die Situation hat sich aber zumindest ein wenig entspannt.Praktisch jeder Winkel in dem Gebäudekomplex zwischen Graf-Siegfried- und Heckingstraße wird derzeit genutzt. Aufenthaltsräume wurden zu Unterrichtsräumen umfunktioniert und im Gegenzug Flure mit Stühlen und Tischen ausgestattet, um den Schülern Aufenthaltsmöglichkeiten während der Pausen und Freistunden zu bieten. "Auch in der Schulbibliothek findet Unterricht statt", berichtet Kramer. Naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie und Chemie werden wegen überbelegter Fachsäle zum Teil in den Klassenräumen abgehalten. Schwer durchführbar seien darüber hinaus Fächer wie Religion und Ethik, zu denen die Klassen geteilt würden. "Wir haben momentan ein Defizit von insgesamt elf Unterrichtsräumen", sagt der Schulleiter. Hinzu kommt, dass die Räume in dem aus dem vorletzten Jahrhundert stammenden Gebäudetrakt, der einst ein Lehrerinnen-Seminar beherbergte, viel zu klein sind. "Die Säle entsprechen größenmäßig nicht mehr den heutigen Anforderungen, denn wir haben Klassen mit über 30 Schülern", erklärt Rainer Kramer. "Unlösbare pädagogische Aufgaben"

Das vorhandene Raumangebot in der Saarburger Schule ist nicht nur erschöpft, sondern die Situation wird für die Schüler sowie für die rund 80 Lehrer angesichts nach wie vor steigender Schülerzahlen - derzeit besuchen etwas mehr als 1100 Mädchen und Jungen das Gymnasium - immer unerträglicher. Anders ausgedrückt: "Wir stehen momentan vor unlösbaren pädagogischen Aufgaben", wie Kramer betont. Nachdem der Ausbau der Saarburger Bildungseinrichtung bereits seit den 90er Jahren im Gespräch ist, ist nun eine dauerhafte Lösung des Platzproblems in Sicht. Vor zwei Wochen beschloss der Kreistag die bauliche Erweiterung des Gymnasiums. Bereits im Vorfeld habe man an der Schule mehrere Denkmodelle hinsichtlich der Umsetzung entwickelt, wie Rainer Kramer berichtet. Dazu gehören unter anderem die Aufstockung des Gebäudeteils an der Heckingstraße sowie eine Erweiterung der Fachräume. Extra Erweiterung des Gymnasiums Saarburg: In den vergangenen Tagen hat der Kreistag die bauliche Erweiterung des Gymnasiums Saarburg beschlossen. "Wir gehen davon aus, dass die Schülerzahlen künftig nicht nur weiter steigen, sondern auch dauerhaft auf hohem Niveau bleiben", erklärt Pressesprecherin Martina Bosch zu den Gründen für die Entscheidung. Die Entwicklung werde unter anderem durch mehr Zugänge von anderen Schulen beeinflusst. Als nächstes steht die Ausschreibung der Planungsarbeiten an. "Wir rechnen damit, dass noch im kommenden Jahr mit der Umsetzung begonnen werden kann", sagt Bosch. (hpü)