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Der Chef verlässt das Rathaus am Jahresende

Der Chef verlässt das Rathaus am Jahresende

Der Landesausschuss des Gemeinde- und Städtebunds hat Karl-Heinz Frieden zum neuen Geschäftsführer gewählt. Während der gebürtige Nitteler einen Grund zum Feiern hat, beginnt in Konz bald der Wahlkampf.

Konz/Mainz. Karl-Heinz Frieden klingt glücklich am Telefon. "Ich erleichtert und freue mich auf die neue Aufgabe", sagt der CDU-Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde Konz nach seiner Wahl zum Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebunds (GStB). Kurz vor dem Telefonat haben 47 Mitglieder des GStB-Landesausschusses in geheimer Wahl über die berufliche Zukunft des gebürtigen Nittelers abgestimmt (45 Stimmen für ihn, eine Gegenstimme und eine Enthaltung). "Ein großartiges Ergebnis", meint Frieden, der nun zehn Jahre lang als Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbands zum Beispiel die Interessen der rheinland-pfälzischen Kommunen gegenüber der Landesregierung vertreten wird.

Keine Abschiedstournee: Seinen neuen, besser dotierten Posten tritt der 59-Jährige am 1. Januar 2018 an. Zum Jahresende geht Friedens Vorgänger, Winfried Manns, ebenfalls aus Konz und Christdemokrat, in den Ruhestand ("Frieden macht erneut den Manns", TV vom 29. November). Seine restliche Zeit im Konzer Rathaus sieht Frieden trotz der beruflichen Perspektive nicht als Abschiedstournee. "Alle Bürger kennen mich" sagt er. "Solange ich das Amt innehabe, werde ich die Hände nicht in den Schoß legen." Er wolle in Konz bis zum letzten Arbeitstag seine Meinung kundtun und versuchen, Impulse zu setzen.

Was in Konz ansteht: Der Wechsel zu dem kommunalen Spitzenverband in Mainz bringt für die politischen Gremien in der VG Konz viel Arbeit mit sich. Sie müssen jetzt einen Tag festlegen, an dem die Bürger einen neuen Stadt- und VG-Bürgermeister wählen. Dieser Termin muss laut Michael Naunheim, Pressesprecher der Konzer Verwaltung, zwischen April und September liegen, um den Vorschriften im Landeswahlgesetz zu genügen. Die Stellenausschreibung für das Amt des Bürgermeisters muss demnach spätestens 69 Tage vor dem Wahltermin veröffentlicht werden. "Gleichzeitig mit der Aufforderung zur Einreichung von Wahlvorschlägen sind der Wahltag und der Tag einer etwa notwendig werdenden Stichwahl bekanntzumachen", erklärt Naunheim.

Nachfolger gesucht: Auch wenn sich prinzipiell jeder Deutsche zwischen 23 und 65 Jahren als Bürgermeister bewerben kann, bleiben die politischen Parteien entscheidend bei der Kandidatenauswahl. Die CDU wird zum Beispiel ein gewichtiges Wort mitreden. Immerhin stellt die Partei nicht nur die stärkste Fraktion im VG-Rat. Alle vier Bürgermeister, seit der Gründung der VG im Jahr 1968 waren CDU-Mitglieder. Und CDU-Mitglied ist auch der als Frieden-Nachfolger heiß gehandelte hauptamtliche Beigeordnete der VG Konz, Joachim Weber (51). Der CDU-Fraktionsvorsitzende im VG-Rat, Josef Weirich, sieht in ihm einen "starken und kompetenten Vorschlag". Trotzdem will er sich nicht festlegen und betont: "Wir müssen andere Bewerbungen - auch von außerhalb - abwarten. Und natürlich entscheiden die Parteigremien und die Mitglieder am Ende, wer nominiert wird." Noch in dieser Woche sei eine gemeinsame Sitzung der Fraktionsvorstände im VG- und Stadtrat geplant. Weber selbst will sich auf TV-Anfrage vor dieser Sitzung nicht zu einer möglichen Kandidatur äußern. Das Konzer FDP-Urgestein Franz Görtz stellt dem ersten Beigeordneten schon jetzt ein gutes Zeugnis aus: "Herr Weber ist ein geeigneter Kandidat, mir fällt zurzeit außer ihm kein anderer ein." Seine Partei habe bisher noch keinen eigenen Kandidaten, sagt Görtz.
In den anderen politischen Gruppierungen in der VG sieht es ähnlich aus. Die SPD wolle sich innerhalb der nächsten drei Wochen positionieren, sagt Lothar Rommelfanger, Fraktionsvorsitzender im VG-Rat. Die FWG werde zu gegebener Zeit reagieren, sagt Heinz-Alfred Wößner vom Gemeindevorstand der FWG in der VG Konz. Entscheidendes Gremium sei die Mitgliederversammlung. Die Parteibasis soll auch bei den Konzer Grünen entscheiden. Deren Mitglieder treffen sich schon heute Abend. Voraussichtlich werde dann über die mögliche Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten diskutiert, sagt der Sprecher der Grünen im VG-Rat, Sascha Gottschalk. Er hatte bei der Stadtbürgermeisterwahl 2014 und bei der VG-Bürgermeisterwahl 2016 gegen Frieden kandidiert, nun sagt er: "Ich bin zweimal angetreten, das heißt aber nicht automatisch, dass ich es wieder mache. Wir haben auch andere fähige Leute."

Warmes Willkommen: Während in Konz noch nicht klar ist, wie es weitergeht, freuen sich die GStB-Vorsitzenden Ralph Spiegler, Aloysius Söhngen aus Prüm und Axel Haas über den neuen Geschäftsführer: "Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass die erfolgreiche Arbeit von Winfried Manns eine nahtlose Fortsetzung findet."Meinung

Auf in den Wahlkampf
Der Amtsinhaber hört auf, ein neuer Bürgermeister für die Verbandsgemeinde Konz wird gesucht: Das ist die Chance, politische Duftmarken zu setzen. Jede größere politische Partei, die ernsthaft mitmischen und nicht nur mitlaufen will, muss nun über einen eigenen Kandidaten nachdenken. Denn die Chance, eine Wahl zu gewinnen, ist immer größer, wenn der Amtsinhaber nicht mehr antritt. Deswegen dürfte der bevorstehende Wahlkampf auch um einiges spannender werden als der im Jahr 2016. c.kremer@volksfreund.de