Der doppelte Daniel

HERMESKEIL. Daniel Bredel ist seit kurzem Wehrführer und zugleich hauptamtlicher Gerätewart der Stützpunktfeuerwehr Hermeskeil. Der 30-jährige Hermeskeiler folgt darin auf Christoph Borresch, der dafür das Amt des Wehrleiters angetreten hat.

Daniel Bredel schraubt in der Grube der Halle an einem Einsatzfahrzeug, sein T-Shirt ist mit Öl und Fett verschmiert. Im nächsten Moment nimmt er ein Telefongespräch an und beantwortet eine technische Anfrage. In seiner Doppelfunktion ist er für die Koordination innerhalb der Stützpunktwehr sowie als hauptamtlicher Gerätewart für die Wartung, Pflege und Instandsetzung aller sicherheitsrelevanten Fahrzeuge und Geräte innerhalb der Verbandsgemeinde Hermeskeil verantwortlich. Zu seinen Hauptaufgaben gehört hierbei der Atemschutz, denn Pressluftatmer müssen nach jedem Einsatz gewartet werden. "Das sind insgesamt 16 Wehren, da gibt es Arbeit genug", sagt Bredel, der von den 54 aktiven Mitgliedern der Stützpunktfeuerwehr in einer geheimen Wahl einstimmig zum neuen Wehrführer gewählt wurde. Das tönende Martinshorn und das blinkende Blaulicht der im Jahre 1991 zu einem Unfall auf der B 52 ausrückenden Feuerwehrfahrzeuge gaben ihm den Anlass bei der Feuerwehr einmal anzufragen. "Ich bin nach Feierabend gleich hinmarschiert", schildert Bredel, der gegenüber der Stützpunktfeuerwehr bei "Elektro Kimmlinger" seine Ausbildung als Elektroinstallateur begonnen hatte. Nach einem Gespräch mit dem damaligen Feuerwehrchef Ernst Blasius, der das Modell der Doppelfunktion in Hermeskeil einführte, klingelte es bei dem Teenager. "So ein Job, der ginge mir auch ab", dachte sich Bredel und seine Karriere als Brandschützer nahm ihren Lauf. Er besuchte daraufhin zahlreiche Lehrgänge und sammelte innerhalb seiner zehnjährigen Tätigkeit als Jugendwart wichtige Erfahrungen, die ihm heute zu Gute kommen. Als Bindeglied für alle 16 Wehren innerhalb der Verbandsgemeinde hat er immer ein offenes Ohr für deren Belange. In seiner Freizeit widmet er sich mit Vorliebe seiner Frau Sabine und den beiden Söhnen Jan (5) und Tim (3). "Da finde ich auch die nötige Ruhe", sagt er. Rückblickend stellt Bredel fest, dass er sein eigentliches Hobby - die Feuerwehr - zum Beruf gemacht hat, und der füllt ihn voll aus. Sobald in der Landesfeuerwehrschule in Koblenz ein Lehrgangsplatz frei ist, muss er noch einmal die Schulbank drücken und die Ausbildung zum Zugführer absolvieren. An der Wand seines Wehrleiterbüros hängen die Pläne für die An- und Umbauarbeiten am Feuerwehrgebäude, die bereits in Gange sind. "Die Feuerwehr muss einen gewissen Anteil an Eigenleistungen erbringen", erklärt er. Auch für die Werkstatt, deren Platzbedarf nicht mehr dem neuesten Stand entspricht, gehen ihm schon Ideen durch den Kopf. Besonders am Herzen liegt ihm die Jugendfeuerwehr. "Ich möchte unseren Nachwuchs weiterhin fördern und motivieren", sagt Bredel, "einen Teil von dem zurückgeben, was ich einst bekommen habe". Denn über allem steht für den Chef der Stützpunktfeuerwehr "die Pflege der Kameradschaft und der Gemeinschaftssinn".