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Der einsame Hirte verlässt seine Schäfchen

Der einsame Hirte verlässt seine Schäfchen

Nach 25 Jahren ist Schluss für Christoph Strupp: Das Konzert in der Saarburger Stadthalle war sein letztes als Dirigent des Musikvereins Kirf: Ein Nachfolger steht jedoch bereit: Christian Deuschel, Solo-Trompeter am Staatstheater in Saarbrücken, übernimmt den Taktstock.

"Tschüss Leute!", ruft Christoph Strupp und winkt zum Abschied noch einmal in die Saarburger Stadthalle. Zuvor hat sich der Dirigent des Musikvereins Kirf von seinen Musikern persönlich verabschiedet - mit netten Worten, einer Rose und einem kleinen Geschenk. Schon der Auftakt des Konzerts hatte klargemacht, dass eine lange Epoche zu Ende gehen würde: Mit dem Marsch "Abschied der Gladiatoren" begann der Abend.

Doch während die Kämpfer im alten Rom in ihrem Beruf eine Lebenserwartung von nur wenigen Jahren hatten, hat Christoph Strupp ein Vierteljahrhundert lang sein Orchester geleitet und den Nachwuchs ausgebildet. Als er den Taktstock übernahm, waren viele der heutigen Instrumentalisten noch gar nicht geboren. Verständlich daher die Unsicherheit der jungen Musiker: "Wir wissen gar nicht, wie man einen Dirigenten verabschiedet - so etwas haben wir noch nie gemacht."

Was der studierte Klarinettist in seiner Amtszeit geleistet hat, das lobten sowohl die Kollegen als auch der Präsident des Landesmusikverbands, Landrat Günther Schartz, in ihren Ansprachen - vor allem aber ließ es sich hören.

Mit einem abwechslungsreichen Programm zog das Ensemble noch einmal alle Register seines Könnens von sinfonischen Stücken wie der Szene "Auf einem persischen Markt" bis zu Pop-Hits von Michael Jackson. Dazu gab es solistische Einlagen mit dem Xylofon-Bravourstück "Erinnerung an Zirkus Renz", schottischen Dudelsack-Melodien und Songs aus James-Bond-Filmen.

Zum Abschluss des offiziellen Teils griff Christoph Strupp zur Blockflöte. Das Stück, dass er sich als sein letztes ausgesucht hatte, ist eine der bekanntesten Melodien von James Last und heißt "Der einsame Hirte". Und auch wenn er jetzt von der Bühne abtritt - für seine "Schäfchen" hat der 47-Jährige vorgesorgt: Als seinen Nachfolger stellte er Christian Deuschel vor, der das Orchester bei seiner Dirigierprobe überzeugt hatte.

Hohe musikalische Qualität ist damit auch in Zukunft garantiert: Deuschel ist Solo-Trompeter am Staatstheater in Saarbrücken. Beide Seiten hoffen nun natürlich auf eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit. Ob es wieder gleich 25 Jahre werden, das muss die Zukunft zeigen.